Möchte Gott wirklich die Verdammten retten?
Rev. Angus Stewart
(Leicht modifizierte Fassung eines Artikels, der
ursprünglich im British Reformed Journal erschienen ist)
„Zu der Zeit fing Jesus an und sprach: Ich preise
dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und
Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater;
denn so hat es dir wohlgefallen. Alles ist mir übergeben von meinem
Vater; und niemand kennt den Sohn als nur der Vater; und niemand kennt
den Vater als nur der Sohn und wem es der Sohn offenbaren will“ (Matt.
11,25-27).
I. Einleitung
Unser Thema in diesem Artikel ist Gott: Gott der
allmächtige Vater, Schöpfer des Himmels und der Erde; der dreieinige
Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Die Frage, die wir uns
hinsichtlich des wahren Gottes stellen ist folgende: Möchte Gott die
Verdammten retten? Möchte Gott wirklich die Verdammten retten?1
Auf diese Art und Weise wird das Thema normalerweise
jedenfalls nicht zur Sprache gebracht. Üblicherweise wird es etwa in
die Richtung gehend formuliert: „Gott liebt alle und möchte jeden
Menschen retten“ oder „Sünder, Gott möchte dich retten“ oder „Gott
hat einen wundervollen Plan für dein Leben.“ Dies wird wahllos jedem
unter der Stimme des Predigers verkündet.
Wie soll ein Gläubiger diese Aussagen bewerten? Es
ist offensichtlich, dass er als ein Christ im Lichte des Wortes Gottes
und in den Lehren des Wortes Gottes denken muss. Natürlich muss er
Sachverhalte wie Gottes herrliche Eigenschaften und seinen ewigen,
bedingungslosen Ratschluss von Erwählung und Verdammung geltend machen.
Diese Lehren und Lehren wie die von der Dreieinigkeit, der Person und
den Naturen Christi, der Schöpfung und alle anderen, sind in allen
reformierten Bekenntnissen festgehalten. Erwählung ist kurz gesagt
Gottes ewige, bedingungslose Wahl einiger gefallener Sünder zu einem
ewigen Leben in Jesus Christus. Verdammung ist Gottes ewige Ablehnung
anderer. Gott hat beschlossen sie nicht zu retten, sondern sie gemäß
ihrer Sünden zu bestrafen. Bevor Gott die Welt erschuf hat er diese
bedingungslose Wahl getroffen.
Das ist reformierte Lehre. Dies sind die Lehren des Westminster
Bekenntnisses und der Bekenntnisse, die davon abgeleitet sind: die Savoyer
Erklärung (1658) und das Baptistische Glaubensbekenntnis (1689).
Die Lehren der Dordrechter Lehrsätze (1618-1619) und anderer
reformierter Erklärungen.
Dies ist auch die biblische Lehre. In Matthäus 11,25
sagt Jesus Christus „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der
Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den
Unmündigen offenbart.“ Jesus hat in Galiläa gelehrt und Wunder
gewirkt, so dass die Menschen dort die Wahrheit des Evangeliums gehört
haben (V.20-24). Einige haben dies geistlich verstanden und empfangen,
andere nicht. Der Grund, warum einige dies geistlich verstanden und
empfangen haben und andere nicht, ist der, dass Gott es einigen „offenbart“
hat und vor anderen „verbarg“ (V.25). Gottes Verbergen dieser Dinge
vor den Weisen und Klugen geschieht zur rechten Zeit in Übereinstimmung
mit seinem Erwählungsbeschluss. Gottes Offenbarung der Wahrheit von der
Erlösung an Unmündige, die Erleuchtung der Heiligen, geschieht
ebenfalls genau zur rechten Zeit gemäß seinem Erwählungsbeschluss.
Jesus fährt fort: „Ja, Vater; denn so hat es dir
wohlgefallen“ (V.26). Es hat Gott gefallen und war gut in seinen
Augen, dass das Evangelium vor einigen verborgen blieb, obwohl es ihnen
verkündigt wurde, und dass es anderen Menschen nicht nur äußerlich,
sondern auch innerlich offenbart wurde. Wenn Jesus sagt „denn so hat
es dir wohlgefallen“ müssen wir begreifen, dass es gut in den Augen
des ewigen und unveränderlichen Gottes gewesen ist. An dem Tag,
an dem die Erleuchtung einiger und die Verblendung oder Verhärtung
anderer geschieht, ist dies gut in seinen Augen. Es ist auch vor
Grundlegung der Welt gut in Gottes Augen, weil Gott zeitlos ist. Gott
ist ewig, ehe die Welt war; im ewigen Gott ist keine Zeit vorhanden.
Nun denn, liebt Gott jeden inklusive der Verdammten,
die er dazu erwählt hat, sie nicht zu retten? Möchte Gott jeden retten?
Hat Gott für jedermanns Leben einen wundervollen Plan?
Gott liebt sein auserwähltes Volk, das geistliche
Israel Gottes. „Jakob habe ich geliebt“ verkündigt Gott (Röm. 9,13). Gott möchte die Erwählten retten und Gott zeigt, dass er sie
retten möchte, indem er Jesus Christus sandte, um für sie zu sterben
und indem er ihnen Glauben und Bußfertigkeit geschenkt hat, so dass sie
mit ihm Gemeinschaft haben und ihn verherrlichen können. Darüber
hinaus hat Gott einen wunderbaren Plan für das Leben eines jeden aus
seinem erwählten Volk, denn „wir wissen aber, dass denen, die Gott
lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss
berufen sind“ (Röm. 8,28). Dieser wundervolle Plan, den Gott für
das Leben eines Gläubigen hat, beinhaltet Dinge, die dieser für sein
eigenes Leben nicht selbst ausgesucht hätte. Aber in Gottes unendlicher
Weisheit, in seiner Gnade und Vorsehung, wirken dem Gläubigen alle
Dinge zu seinem geistlichen und ewigen Wohl.
Wenn diese Fragen jedoch auf die Verdammten bezogen
werden, müssen alle Antworten „Nein“ lauten. Gott liebt sie nicht.
„Jakob habe ich geliebt, Esau aber habe ich gehaßt“ (Röm. 9,13).
Esau ist hier ein Individuum. Aber es ist nicht so, dass Gott alle
verdammten Menschen der Welt liebt und nur diese eine Person gehasst
hat. Das ist nicht das Konzept. Alle, die verdammt sind werden von Gott
gehasst. Gott möchte sie nicht retten. Wie Jesus in Matthäus 11
sagt „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du
dies vor den Weisen und Klugen verborgen [...] hast! Ja, Vater, denn so
ist es wohlgefällig gewesen vor dir“ (V.25-26). Das ist in Gottes
Augen gut. Das ist Gottes Wunsch, seine Absicht und sein Wille in dieser
Welt. Die ganze Schrift lehrt (und das wird auch besonders im großen
Westminster Katechismus gelehrt, F. & A. 27-29), dass diejenigen,
die sich außerhalb von Jesus Christus befinden und nicht erwählt sind,
verflucht sind. Sie sind verflucht in ihrem Unglauben und in ihrer
Rebellion, sowohl in dieser als auch in der kommenden Welt. Sie werden
für alle Zeiten in der Hölle umkommen. Das ist kein
wundervoller Plan für sie. Gottes Absicht ist es, sich selbst damit die
Ehre zu geben. Dies vergrößert seine Gerechtigkeit. Aber für die
Verdammten ist es kein wunderbarer Plan. Es ist reiner Hohn jedem
wahllos zu verkünden, inklusive Menschen, die bekennende Ungläubige
sind, dass Gott einen wundervollen Plan für ihr Leben hat. Gott hatte
keinen wundervollen Plan für Esau (Röm. 9,10-13). Er hatte keinen
wundervollen Plan für den Pharao (Röm. 9,17-18). Er hat keinen
wunderbaren Plan für die Verdammten.
Aber wir werden nicht über Gottes Liebe als solche
oder darüber sprechen, wen er liebt. In diesem Artikel werden wir die
Frage beantworten: Möchte Gott jeden retten? Oder um genauer zu sein:
Möchte Gott wirklich die Verdammten retten?
Die Mehrheit der Menschen, die sich als Christen
bezeichnen glauben, dass Gott jeden retten möchte. Offenkundig glauben
das die Arminianer, denn Arminianer leugnen die biblische Erwählung und
Verdammung. Der Arminianer lehrt, dass Errettung und Nichterrettung
letztlich vom angeblich freien Willen des Sünders abhängen. Das ist
auch der Fall bei heutigen Arminianern und das war auch der Fall bei den
Arminianern der Dordrechter Synode (1618-1619). Während der Dordrechter
Synode bekundeten Arminianer klar und deutlich eine Position, die als
freies Angebot bezeichnet wird –
nämlich, dass Gott jeden retten möchte. Aber die Dordrechter Synode
übernahm diese Position nicht.
Die Pelagianer und Halb-Pelagianer lehrten in der
Frühkirche, dass Gott jeden retten möchte. Die römisch katholische
Kirche beharrt auch darauf, dass Gott jeden retten möchte und sich
jeden zu retten wünscht. Arminianer und Katholiken glauben in dieser
Sache dasselbe.
Allerdings glauben auch viele daran, dass Gott jeden
retten möchte, die behaupten Calvinisten zu sein. Deshalb stimmen ihre
Lehren in diesem Punkt mit denen der Arminianer und den Katholiken
überein. Sie lehren, dass Gott die Verdammten retten möchte, obwohl
sie dies natürlich in einer anderen Art und Weise formulieren würden.
Doch damit lässt man die Katze aus dem Sack, weil es bedeutet zu sagen,
dass Gott diejenigen retten möchte, die er nicht zur Errettung erwählt
hat; oder, dass Gott die retten möchte, die er nicht retten möchte,
weil sie verdammt sind.
Denjenigen, die die Sichtweise nicht teilen, dass
Gott die Verdammten retten möchte, allgemein als das wohlmeinende
Angebot bezeichnet, wird vorgeworfen, dass sie das Evangelium nicht
wahrhaft predigen können. Wenn das wahr wäre, wäre das eine sehr
ernste, sogar vernichtende Anklage. Dann wird jedenfalls der Beinamen
“Hyper-Calvinist“ verwendet. Bekennende Calvinisten, die behaupten,
dass es ein Verlangen oder Wunsch oder Willen im Wesen Gottes gibt die
Verdammten zu retten, lehren, dass dies aufrichtig gewollt ist, denn
Gott möchte sie ernsthaft retten. Sie machen deutlich, dass dies nicht
nur ein scheinbares Verlangen ist. Es ist vielmehr ein brennendes
Verlangen. Gott möchte in geduldiger Weise und voller Sehnsucht absolut
alle retten. Dies sind sogar die Lehren von Professor John Murray. In
vielen Dingen ist er ein ausgezeichneter Lehrer, doch traurigerweise an
diesem Punkt fehlgegangen. Er erklärt, dass Gott jeden retten möchte
und fügt die Adjektive brennend, aufrichtig und leidenschaftlich hinzu.2
Wenn Gott etwas tun möchte, und Gott ist derjenige, der uns sagt: „Alles, was deine Hand zu tun vorfindet, das tue mit deiner ganzen Kraft“
(Pred. 9,10), dann muss Gott ein brennendes Verlangen diesbezüglich
haben. Gott ergreift keine halbherzigen Maßnahmen.
II. Die Elemente der Erlösung
Ich möchte mit einer Analogie beginnen. Lasst uns
einen Mann vorstellen, der sagt „Ich möchte am Sonntag in die Kirche
gehen. Ich möchte wirklich gehen.“ Dann kommt der Sonntagmorgen und
der Wecker klingelt. Er schaltet ihn aus und dreht sich auf die andere
Seite. Er steht nicht auf, betet und bereitet sein Herz für den
Gottesdienst vor. Er kleidet sich nicht wie für einen Gottesdienst. Er
steigt nicht in sein Auto. Er bleibt zu Hause. Nun, er sagte,
dass er wirklich zur Kirche gehen möchte. Aber er hat nichts gemacht,
dass darauf hinweisen würde, dass er wirklich zur Kirche gehen wollte.
Wollte er wirklich in die Kirche gehen? Im besten Fall war es nur ein
halbherziger Wunsch oder eine Idee, denn er ging nicht.
Oder mit einem anderen Beispiel ausgedrückt, ein
Mann sagt „Ich möchte wirklich am Sonntag in die Kirche gehen.“ Er
steht auf, frühstückt, zieht sich an geht dann aber los, um sich
ein Fußballspiel anzusehen. Wollte dieser Mann wirklich in die
Kirche gehen? Weißt du was er wirklich tun wollte? Er wollte wirklich
das Fußballspiel sehen und darum ist er auch dorthin gefahren. Denn
nicht was ein Mann sagt, sondern was er tut zeigt am
besten, was er am meisten möchte.
Uns wird gesagt, dass Gott wirklich, aufrichtig und
eifrig darum bemüht ist jeden Menschen inklusive der Verdammten zu
retten. Die Lehre der Errettung beinhaltet viele verschiedene Elemente.
Darum stellen wir die Frage, unternimmt Gott irgendwelche dieser
Schritte? Bestimmte Maßnahmen sind notwendig, Dinge, die geschehen
müssen, damit ein Mensch gerrettet wird. Tut Gott alle oder viele
oder einige oder überhaupt irgendwelche dieser Dinge?
Denn obwohl es nur eine Errettung gibt, besteht sie doch aus vielen
unterschiedlichen Elementen, wie wir noch sehen werden.
A. Erwählung
Ich frage dich was der Beginn oder Ursprung von
Erlösung ist? Der Anfang der Erlösung liegt in Gottes ewigem
Ratschluss, wie die Bibel uns lehrt: einige sind erwählt und einige
verdammt. Uns wird gesagt, dass Gott wirklich jeden retten möchte. Aber
erwählt Gott jeden zur Errettung? „Nein.“ Gibt Gott den
Nichterwählten eine ungewisse Zukunft? Wieder lautet die Antwort „Nein.“
Er lässt sie nicht ungewiss. Er bestimmt ewig, –
dies ist eine schreckliche Sache; wir erzittern davor –
dass die Verdammten alle ihre Tage in Sünden leben und für ihre
Sünden als Ausdruck der Gerechtigkeit Gottes bestraft werden (Röm. 9,21-22). Jesus sagt in Matthäus 11,25-26, dass Gott in Ewigkeit
bestimmt hat, die Wahrheit des Evangeliums vor ihren Herzen zu verbergen.
Und Jesus bezeichnet dies als gut, als etwas, dass Gott gefällt. Gott
beurteilte es als gut diese Menschen nicht zu retten, sondern sie für
ihre Sünden zu bestrafen.
Aber wie ich bereits sagte wird uns erzählt, dass
Gott aufrichtig und voller Eifer die Verdammten retten möchte. Die
erste Antwort, die wir auf diese Anschauung geben, auf der Basis unserer
Betrachtung von Erwählung und Verdammung, ist, dass es in der Tat nicht
danach aussieht als würde Gott die Verdammten retten wollen, denn er
unternimmt nicht den ersten Schritt (sie zu erwählen) und ohne diesen
ersten Schritt können sie nicht gerettet werden. Angeblich möchte er
sie wirklich und sehnlichst zu seinem Volk machen, aber er erwählt sie
nicht dazu, sein Volk zu werden. Tatsächlich bestimmt er sogar, dass
sie nicht sein Volk werden. Er beschließt, dass obwohl einige das
Evangelium hören werden, sie diesem keinen Glauben schenken und er
verblendet sie sogar und verbirgt die Wahrheit vor ihren Herzen. Genau
genommen beabsichtigt Gott zwei Arten von Menschen. Es gibt die
Nachkommen der Frau und die Nachkommen der Schlange (1.Mose 3,15). Gott
selbst stellt Feindschaft, Hass und Widerstände zwischen diese beiden
Parteien und das ist offensichtlich auch ein Abbild Gottes eigener
Opposition gegnüber den Nachkommen der Schlange. Wenn also Gott nicht
bestimmt hat die Verdammten zu retten, dann können sie auch nicht
gerettet werden. Es ist absolut unmöglich.
B. Erlösungswerk
Lasst uns auf das zweite Element in der Errettung
schauen. Was ist die Basis oder die Grundlage unserer Errettung? Das
vollkommen rechtschaffene Leben Jesu Christi und sein erlösender Tod am
Kreuz, denn die Bibel lehrt deutlich, dass alle Menschen schuldige
Sünder sind, die eine ewige Strafe verdient haben. „Die Seele, die
sündigt, sie soll sterben“ (Hesekiel 18,20). Darum ist der einzige
Weg zur Erlösung durch das Blut Jesu Christi, wie Gott es uns in seinem
Wort lehrt – Opfer,
Erlösungswerk und Erlösung liegen in Christus, allein in Christus.
Doch die Schrift lehrt, dass gemäß Gottes Absicht Jesus nur für die
Erwählten gestorben ist. Die Bibel verkündet, dass er für die Seinen,
für die Vielen, für seine Freunde, für seine Schafe gestorben ist.
Nachdem Jesus den Pharisäern erklärt hat, dass der gute Schafhirte
sein Leben für seine Schafe lässt, sagt er zu ihnen „aber ihr glaubt
nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen“ (Joh. 10,26). Beachte
diesen logischen Schluss:
1. Jesus
sagt: „Ich sterbe für meine Schafe.“
2. Er
fügt mit Bezug auf die Pharisäer hinzu: „ Ihr seid nicht meine
Schafe.“
3. Darum
ist Jesus nicht für sie gestorben.
Sie sind Böcke. Der Schafhirte starb für seine
Schafe und nicht für die Böcke. Das ist es, was der Sohn Gottes ihnen
sagte und uns sagt. Das ist biblische und reformierte Lehre.
Uns wird jedoch gesagt, dass Gott ernsthaft und
sehnlichst die Verdammten retten möchte. Aber ein Mensch kann nicht
gerettet werden, wenn nicht das Blut am Kreuz für ihn vergossen wurde
und Gott sandte seinen Sohn nicht, um für die Verdammten zu sterben.
Oder, um es aus einer anderen Perspektive zu betrachten, die Bibel lehrt
uns, dass das Kreuz Christi ein Lösegeld ist. Das Volk Gottes befand
sich im Gefängnis und Christus zahlte das Lösegeld, um uns zu befreien.
Hier wieder eine Analogie. Herr X sitzt im Gefängnis. Wenn ein
Lösegeld gezahlt wird, kann Herr X entlassen werden. Herr Y sagt: „Herr
X, ich möchte dich wirklich befreien. Das Geld dafür steht mir zur
Verfügung.“ Aber obwohl Herr Y Herr X hätte befreien können,
entschied er, es nicht zu tun. Daher müssen wir fragen, wollte Herr Y
wirklich, sehnlichst und ernsthaft Herr X befreien? Die Antwort ist „Nein“,
weil er es nicht tat.
C. Wiedergeburt
Lasst uns nun von der Erwählung und dem
Erlösungswerk zum Anfang einer beginnenden Erlösung gehen –
der Wiedergeburt. Der Sünder ist vollkommen verdorben „tot durch
[...] Übertretungen und Sünden“ (Eph. 2,1), ohne jegliches
geistliches Leben und „ganz und gar untüchtig [...] zu einigem Guten
und geneigt zu allem Bösen“ (Heidelberger Katechismus, Frage 8). Gott
erquickt seine Erwählten und gibt ihnen Leben. Die Bibel bezeichnet das
als „Wiedergeburt“ oder „neu geboren“ werden. Es ist
offensichtlich, dass es keine Erlösung ohne Wiedergeburt gibt, weil
Jesus sagt: „Ihr müßt von neuem geboren werden“ (Joh. 3,7;
siehe V.5). Wenn man nicht wiedergeboren ist, ist man nicht gerettet.
Uns wird gesagt, dass Jesus die Verdammten wirklich
retten möchte. Aber erneuert Gott sie? Nein. Jesus erklärt: „Der
Wind weht, wo er will, und du hörst sein Sausen; aber du weißt nicht,
woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist
geboren ist“ (Joh. 3,8). Der Wind weht wo er will. Du kannst nicht zum
Wind sagen „Wehe dort auf diesem Feld, aber nicht in meinem Garten.“
Der Wind tut was er will. Jesus zeichnet hier eine Analogie zwischen dem
Wehen des Windes und dem Wehen des Heiligen Geistes bei der Wiedergeburt.
Er weht, wo er es möchte, will oder wünscht. Das griechische Wort, thelo,
beeinhaltet alle drei Bedeutungen. Der Geist erneuert, wen er möchte,
will oder zu erneuern wünscht. Er will eine Person erneuern und er
erneuert sie tatsächlich. Ein anderer hingegen wird nicht wiedergeboren.
Warum? Weil er denjenigen nicht erneuern möchte, will oder es wünscht.
Der Geist weht, wo er will und er weht nicht, wo er nicht wehen will.
Aber wenn Gott ernsthaft jeden retten möchte, warum weht der Geist dann
nicht, wo er angeblich wehen möchte?
D. Geistliche Erleuchtung
Wenden wir uns nun einem anderen Punkt zu:
geistlicher Erleuchtung oder Erhellung, der Fähigkeit das himmlische
Königreich im Glauben zu sehen. Auch das ist ein grundlegender Teil von
Errettung. In Matthäus 11,25-26 sagt Jesus: „Ich preise dich, Vater,
Herr des Himmels und der Erde, daß du dies vor den Weisen und Klugen verborgen
und es den Unmündigen geoffenbart hast. Ja, Vater, denn so ist es
wohlgefällig gewesen vor dir.“
Warum also hat Gott die Wahrheit des Evangeliums vor
den Verdammten verborgen? Antwort: „denn so ist es wohlgefällig
gewesen vor dir.“ Das „denn“ nennt uns den Grund: es war
wohlgefällig in Gottes Augen. Es war sein souveräner Entschluss und es
gefiel ihm. Zu sagen es gefiel Gott heißt, dass Gott es tun wollte; das
ist es was er wollte und sich wünschte und ersehnte. Offensichtlich
wollte oder wünschte er nicht, den Verdammten diese Dinge zu offenbaren.
Vielmehr wollte und wünschte er, diese Dinge vor ihnen zu verbergen, so
wie es gut in seinen Augen war. Tatsächlich ist der Wille Gottes
bezüglich der Verdammten in Römer 9,18 sehr klar ausgedrückt: „und
[er] verstockt, wen er will.“ So verfährt Gott mit den Verdammten im
zeitlichen Verlauf. Erwählung zieht mit der Zeit eine Erweichung des
Herzens und Erleuchtung bei Gottes Volk nach sich. Der ewige Beschluss
zur Verdammnis zieht mit der Zeit eine Verhärtung der Person nach sich.
Und das ist auch das Argument von Römer 9.
Lasst uns nun Matthäus 11,27 betrachten. Dort fährt
Christus damit fort zu sagen: „Alles ist mir von meinem Vater
übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater; und
niemand erkennt den Vater als nur der Sohn und der, welchem der Sohn es
offenbaren will.“ Daher kennt niemand den Vater –
was ewiges Leben bedeutet (Joh. 17,3) –
außer denjenigen, denen der Sohn den Vater offenbaren will oder möchte.
Aber wenn Christus, der fleischgewordene Sohn, wirklich alle
retten wollte – wie
die Verteidiger des freien Angebots lehren –
warum gewährt er ihnen dann nicht das rettende Wissen über den
dreieinigen Gott?
Zusammenfassend gesagt lehrt die Bibel, dass Gott/Christus
die Erwählten geistlich erleuchten möchte oder will oder es wünscht
(Mat. 11,27) und deshalb offenbart er sich ihnen (V.25). Auf der
anderen Seite verbirg Gott/Christus diese Dinge vor den Verdammten, die
sich törichterweise für „weise und klug“ halten (V.25). Beide
göttliche Handlungen, erklärt Christus, haben „dir [Gott]
wohlgefallen“ ganz gemäß Gottes ewigem, souveränen und gerechten
Ratschluss (V.26).
E. Buße und Glauben
Der Weg der Erlösung ist der Weg der Buße und des
Glaubens. Buße ist die Abkehr von Sünde und Glaube ist das Vertrauen
in Jesus Christus und das Empfangen von Rechtschaffenheit durch ihn.
Verteidiger des wohlmeinenden Angebots behaupten, dass Gott wirklich
Verdammte retten möchte. Gemäß seiner Anordnung schenkt Gott ihnen
allerdings weder Buße noch Glauben, was beides geistliche Gaben sind (Apg.
5,31; 11,18; Phil. 1,29). Es gibt keine Erlösung und keine Erfahrung
von Erlösung ohne diese Dinge. Aber wenn Gott sie wirklich
retten wollte, warum schenkte er ihnen dann nicht Bußfertigkeit und
Glauben?
F. Berufung, Rechtfertigung und Verherrlichung
Lasst uns die großartige apostolische
Zusammenfassung von Erlösung in Römer 8,30 betrachten: „Die er aber
vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die er aber berufen hat,
die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat
er auch verherrlicht.“ Von vier Dingen wird hier gesprochen:
Vorherbestimmung, Berufung, Rechtfertigung und Verherrlichung.
Offensichtlich möchte Gott diejenigen retten, die er vorherbestimmt
hat. Die er vorherbestimmt hat, die hat er auch berufen, die hat er auch
gerechtfertigt und die hat er auch verherrlicht. Also möchte Gott die
retten, die er vorherbestimmt oder erwählt hat; darüber gibt es keinen
Zweifel. Darum beruft, rechtfertigt und verherrlicht er sie. Aber Gott
beruft, rechtfertigt und verherrlicht nicht die Verdammten. Welchen Sinn
macht es also zu sagen, dass Gott die Verdammten retten möchte (d.h.
sie zu erwählen, berufen, rechtfertigen und verherrlichen), wenn er
keines dieser Dinge tut?
G. Mitgliedschaft in der (nicht sichtbaren) Gemeinde
Die Schrift lehrt uns, dass Erlösung auch
Mitgliedschaft in der nicht sichtbaren Gemeinde Jesu Christi bedeutet.
Christus ist das Haupt und seine Gemeinde der Leib. Die Erwählten
bilden alle zusammen Teile seines Leibes und es ist ein vollkommener
Leib. Ein Leib, an dem alle Teile angemessen proportioniert sind und
perfekt zusammen passen. Dieser verherrlichte Leib wird Christus ohne
die kleinste Runzel dargeboten werden (Eph. 5,27). Das ist ein
mächtiges Werk der Gnade Gottes. Warum sollte Gott noch andere Teile
und Mitglieder zu Christi Leib hinzufügen wollen, den er doch perfekt
angeordnet hat? Wir haben zwei Ohren. Würde jemand ein drittes Ohr
haben wollen? Wir haben eine Nase. Würde jemand eine zweite Nase haben
wollen? Warum sollte Gott eine herrliche Gemeinde mit einem vollkommenen
Leib anordnen und bestimmen und dann andere Körperteile hinzufügen
wollen, die den Leib deformieren würden?
Die Gemeinde ist ein Tempel, um ein anderes
biblisches Bild zu gebrauchen, in welchem jedes erwählte Kind Gottes
einen lebenden Stein darstellt. Dieser Tempel ist perfekt gestaltet und
konstruiert. Aber wenn Gott wirklich jeden retten möchte, dann möchte
er sie auch zu Mitgliedern und Teilen des Tempels machen. Warum würde
er mehr Steine für seinen Tempel haben wollen als er in seiner Weisheit
dazu bestimmt hat? Wie würden all diese Steine verwendet werden? Die
Steine in den Tempel zu integrieren würde den Tempel ruinieren. Warum
würde der allwissende Gott das wollen?
H. Freundschaftsbund
Die gesamte Erlösung wird als ein Freundschaftsbund
mit dem wahren Gott zusammengefasst. Die Vertreter des freien Angebots
halten daran fest, dass Gott sehnlichst und ernsthaft die Verdammten
retten möchte. Das bedeutet, dass er sie sehnlichst und ernsthaft zu
seinen Freunden im Bund machen möchte. Aber er macht sie nicht zu
seinen Bundesfreunden. Stattdessen setzt er Feindschaft zwischen den
Samen der Frau (Christus und seine Gemeinde) und den verworfenen Samen
der Schlange (1. Mose 3,15). Gott möchte sie zu seinen Freunden machen,
macht sie aber nicht zu seinen Freunden. Das lässt Gott wie einen
kleinen Jungen auf dem Spielplatz aussehen, der verzweifelt jemanden zu
seinem Freund machen möchte. Aber letztlich schafft er es überhaupt
nicht eine Freundschft mit dieser Person zu schließen. Das kann nicht
der allmächtige Gott sein, der Herr über Himmel und Erde ist!
Sieh dir Psalm 11,5-7 an: „Den Gottlosen und den,
der Frevel liebt, haßt seine Seele. Er läßt Schlingen regnen über
die Gottlosen; Feuer, Schwefel und Glutwind ist das Teil ihres Bechers.
Denn der Herr ist gerecht, er liebt Gerechtigkeit; die Aufrichtigen
werden sein Angesicht schauen “
Hört sich das an als würde Gott die Verdammten zu
seinen Freunden machen wollen? Er sagt, dass seine Seele sie hasst, das
heißt Gott hasst sie in seiner innersten Seele in der Tiefe seines
Seins und mit seinem ganzen Herzen.3
Das ganze Menschengeschlecht ist ohne Jesus Christus verschmutzt,
dreckig und besudelt und nur die Erwählten werden in Christus, dem
einzig Gerechten, geliebt. Deshalb lässt Gott über die Gottlosen
Schlingen regnen, Feuer, Schwefel und einen furchtbaren Glutwind. Dies
ist der Teil ihres Bechers. Das sind seltsame Methoden, die Gott bei
denjenigen anwendet, die er ernsthaft zu seinen Freunden machen möchte!
III. Hitler, Antichrist etc.
Wir müssen die Position des freien Angebots noch
weiter analysieren, dass Gott die Verdammten wirklich retten möchte und
zwar jeden einzelnen Verdammten.
A. Hitler und Stalin
Wenn Gott ernsthaft absolut jeden retten möchte,
dann wollte er auch Hitler und Stalin heiligen. Wollen wir das wirklich
sagen? Gott erhob diese gottlosen Herrscher (siehe Röm. 9,17) gemäß
seiner ewigen Absichten in der Weltgeschichte (Eph. 1,11), um seine
Gerichtsurteile in der Welt durch Kriege und Massaker und Hungersnöte
und Krankheiten zu offenbaren (Off. 6,4-8). Aber jetzt wird uns gesagt,
dass sich Gott ernsthaft und sehnlichst die Rettung Hitlers, Stalins,
Dschingis Khans, Pol Pots und all der anderen wünschte und sie auch
retten wollte!
B. Antichrist und Judas
Wenn er ernsthaft jeden retten möchte, dann
wünschte sich Gott nicht nur Hitler und Stalin zu erneuern und zu
heiligen, sondern auch den Antichristen wirksam zu berufen und zu
rechtfertigen, denn auch der Antichrist ist ein Teil von “allen“.
Doch die Absicht Gottes mit dem Kommen Christi ist, den Antichristen mit
der Herrlichkeit seiner Wiederkunft zu vernichten (2.Thess. 2,8)! Wenn
Gott jeden retten möchte, dann wollte er auch Judas verherrlichen, der
„Sohn des Verderbens“ genannt wird (Joh. 17,12). „Verderben“
bedeutet umkommen, das Umkommen in der Hölle. Judas war ein Sohn der
Hölle, einer, der von Ewigkeit her für die Hölle bestimmt war, der
durch seine Sünden Zorn für die Hölle auf sich geladen hat. Aber uns
wird gesagt, dass Gott wirklich Judas retten wollte. Was für eine Art
von Torheit ist das?
C. Esau und der Pharao
Wenn Gott jeden retten möchte, dann wollte er auch
Bundesgemeinschaft mit Esau haben. Doch die Schrift sagt: „Jakob habe
ich geliebt, Esau aber habe ich gehaßt“ (Röm. 9,13). Demnach möchte
Gott mit den Menschen Gemeinschaft haben, die er hasst! Das würde auch
bedeuten, dass Gott den Pharao des Auszuges aus Ägypten retten wollte,
über den wir in Römer 9,17 lesen: „Eben dazu habe ich dich aufstehen
lassen, daß ich an dir meine Macht erweise, und daß mein Name
verkündigt werde auf der ganzen Erde.“ Gottes Absicht und Wunsch
bezüglich des Pharao war nicht, ihn zu retten; Gottes Absicht und
Wunsch bezüglich des Pharao war, ihn im Roten Meer zu vernichten, um
seine Macht in den Augen der Menschheit, inklusive uns Menschen heute,
zu vergrößern! Das ist, was Gott tatsächlich zum Pharao sagte: „Pharao,
ich habe dir den Thron Ägyptens, eines mächtigen Königreichs, gegeben.
Ich habe dich mit Reichtümern, tausenden Dienern und einer gewaltigen
Armee ausgestattet. Durch meine Vorsehung bist du an großen Bauten
beteiligt. Ich habe dich emporgehoben. Und ich habe dies mit einer
bestimmten Absicht getan. Ich habe dich nicht erhöht, weil ich die
liebe und dich retten will. Ich habe dich erhoben, um meine Macht in
deiner Vernichtung zu zeigen. ‘Eben
dazu habe ich dich aufstehen lassen, daß ich an dir meine Macht erweise,
und daß mein Name verkündigt werde auf der ganzen Erde. ’“
Darüber hinaus sind die beiden Männer über die ich
gesprochen habe, Esau und der Pharao, keine einmaligen Fälle. Esau und
der Pharao illustrieren Gottes Handeln mit allen Verdammten,
genau wie alle wahren Söhne Abrahams, wie Jakob, vom Mutterleibe an von
Gott geliebt werden (Röm. 9,11 & 13). Von dem speziellen Fall des
Pharao (Röm. 9,17) zieht die inspirierte Schrift ein universelles
Gesetz bezüglich aller Verdammten: „Er [...] verstockt, wen er will“
(Röm. 9,18). Alle Verdammten werden von Gott gemäß ihrer Sünden
gehasst (wie Esau) und mittels all der weltlichen Güter, die sie
erhalten (wie der Pharao), hebt Gott sie empor, um sie zu vernichten und
seine eigene ruhmreiche Souveränität, Gerechtigkeit und Macht zu
verherrlichen (Röm. 9,21-22; Westminster Bekenntnis 3.7).
IV. Der Charakter Gottes
Die Vorstellung, dass Gott ernsthaft die Verdammten
retten möchte, hat furchtbare Konsequenzen für unser Verständnis von
und Wissen über Gott. Traurigerweise ergreifen viele das freie Angebot
ohne zu durchdenken, welche Auswirkungen dies auf den Charakter des
Allerhöchsten hat.
A. Der versagende Gott
Denk einmal darüber nach: Gottes Wunsch die
Verdammten zu retten ist an vielen Millionen, ja sogar Milliarden
Menschen gescheitert. Gott wollte ernsthaft Milliarden retten, aber sie
sind zu Grunde gegangen. Gottes Wille jeden zu retten, ist bei den
allermeisten Leuten fehlgeschlagen. Gottes sehnlicher Wunsch jeden zu
retten, versagt seit mehr als 6000 Jahren. Mehr noch, wenn Gottes Wille
sie zu retten versagt, dann versagt Gott selbst.
B. Der frustrierte Gott
Nicht nur, dass Gott versagt, logischerweise ist er
auch frustriert (um wie ein Dummkopf zu sprechen). Denn das Ausmaß der
nicht erreichten Wünsche frustriert einen und je größer der Wunsch
desto größer die Frustration. Wenn ein schwacher Wunsch unerfüllt
bleibt, ist man leicht enttäuscht oder frustriert. Wenn Gottes
sehnlicher, aufrichtiger und ernsthafter Wunsch Milliarden Verdammte zu
retten versagt, dann würde Gott seit der Schöpfung vor ca. 6000 Jahren
zutiefst frustriert sein.4
C. Der widersprüchliche Gott
Mehr noch, gemäß dem freien Angebot versagt Gott
nicht nur und ist nicht nur frustriert, sondern Gott widerspricht sich
auch. Er möchte die Verdammten leidenschaftlich retten, wird uns gesagt,
aber er erwählt sie nicht, er verdammt sie. Er möchte sie wirklich aus
dem geistlichen Gefängnis befreien, aber er zahlt das Lösegeld nicht
für sie. Er möchte ihnen ernsthaft die Wiedergeburt ermöglichen, aber
er will nicht, dass der Leben spendende Geist in ihnen weht. Er wünscht
sich sehnlichst, dass sie die Wahrheit des Evangeliums verstehen, ohne
die es keine Erlösung geben kann, aber er verbirgt die Wahrheit vor
ihnen und darüber sagt Jesus: „Vater, denn so ist es wohlgefällig
gewesen vor dir“ (Matt. 11,25-26). Er möchte wirklich den Pharao
retten, trotzdem erhöht er ihn, um ihn zu vernichten. Der Gott des
freien Angebots ist ein Gott, der sich widerspricht.
D. Der lügende Gott
Logischerweise porträtiert das freie Angebot Gott
nicht nur als versagend, frustriert und sich widersprechend, es macht
Gott auch zu einem Lügner. Denn es sagt, dass er ernsthaft die
Verdammten retten möchte, aber trotzdem nicht die notwendigen Schritte
unternimmt, um sie zu retten. Zuvor erwähnte ich ungefähr zehn
Elemente von Erlösung –
und ich hätte mehr erwähnen können –
dennoch wirkt Gott kein einziges von ihnen! Des Weiteren gibt es viele
Menschen, die das Evangelium niemals in ihrem Leben gehört haben,
trotzdem wird uns gesagt, dass Gott sich ernsthaft und sehnlichst ihre
Errettung gewünscht hat!
Ich errinnere an das Bild, das ich weiter oben von
dem Mann gezeichnet habe, der behauptete wirklich zur Kirche gehen zu
wollen, aber keinen der notwendigen Schritte unternahm und stattdessen
zum Fußballspiel ging. Wollte er wirklich in die Kirche gehen? Nein.
Seine Handlungen falsifizierten seine Beteuerungen. Der Mann, der sagt,
dass er ernsthaft in die Kirche gehen möchte, sich dann aber ein
Fußballspiel ansieht, lügt. In ähnlicher Weise ist auch ein Gott, der
sagt er möchte ernsthaft die Verdammten retten, aber nichts für ihre
Errettung wirkt und sie stattdessen verdammt und verhärtet, ein
lügender Gott. Um genauer zu sein, die Leute, die Gott porträtieren
als würde er sich aufrichtig wünschen die Verdammten zu retten, lügen,
denn Gottes Wort offenbart, dass er nicht eines der notwendigen Dinge
unternimmt, um seinen angeblichen Wunsch zu erfüllen.
V. Die Eigenschaften Gottes
Um einen Schritt weiterzugehen, der versagende,
frustrierte, sich widersprechende, lügende Gott, von dem gesagt wird,
dass er ernsthaft die Verdammten retten möchte, ist überhaupt nicht
Gott, denn er hat nicht die Eigenschaften oder die Vollkommenheit Gottes.
A. Gottes Einheit
Der wahre Gott ist absolut eins in seinem Wesen oder
seiner Natur. Dass Gott eins ist bedeutet, dass er eins ist was seine
Absichten, seinen Willen und sein Verlangen betrifft. Sein Verlangen ist
nicht zweigeteilt und er hat auch nicht zwei Willen oder zwei Absichten.
Wir werden aufgerufen der perfekten Einheit oder Einfachheit von Gottes
Wahrheit zu lauschen: „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr
allein“ (5.Mose 6,4). „Höre Israel“ –
Gott
sagt uns etwas von großer Bedeutung. „Höre Israel“
bedeutet „Höre Gemeinde Christi“, weil Israel die Gemeinde im Alten
Testament gewesen war. „Höre Gemeinde, der Herr unser Gott ist ein
Gott, mit einer Absicht und einem Willen und nicht zwei Absichten oder
zwei Willen (Hiob 23,13) wie das freie Angebot ihn darstellt, weil er
Gott ist und Gott ist eins!“
B. Gottes Unwandelbarkeit
Denken wir doch einmal über die Unwandelbarkeit oder
Unveränderlichkeit Gottes nach. Gemäß dem freien Angebot möchte Gott
die Verdammten in der Zeit retten. Aber wenn man an der Wahrheit von
Verdammnis festhält –
einer biblischen und reformierten Lehre –
dann muss man daran festhalten, dass Gott die Verdammten in „ewiger
Vergangenheit“ nicht erwählt hat oder sie retten will, weil er sie
verdammt hat. In der „ewigen Zukunft“, wenn die Verdammten in
der Hölle sein werden, wird Gott sie eindeutig ebenfalls nicht retten
wollen.
Die Position des freien Angebots sagt, dass Gott sie
leidenschaftlich retten möchte, dennoch verdammt er sie vor Grundlegung
der Welt. Vor der Schöpfung wollte er sie also nicht retten,
aber danach in der Zeit wollte er sie retten und wenn sie sterben
möchte er sie wieder nicht retten. Er möchte sie also nicht
retten, dann möchte er sie doch retten und dann möchte er sie wieder
nicht retten. Wenn das keine Veränderung ist, dann weiß ich auch nicht,
was das sein soll. Die Bibel sagt, dass bei Gott „keine Veränderung
ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel“ (Jak. 1,17). Gott
verändert sich nicht. Da ist nicht einmal ein Flackern seines Schattens,
so als würde Gott sich nur ein wenig verändern und sein Schatten sich
ein bisschen bewegen. Es ist absolut „kein Schatten infolge von
Wechsel“ bei Gott.
Gott beschloß auch keine Abfolge von Gesinnungen in
sich selbst, so dass er die Verdammten in der „ewigen Vergangenheit“
nicht, in der jetzigen Zeit aber doch und in der „ewigen Zukunft“
wieder nicht retten will. Gott kann sich weder verändern noch verordnen
sich zu ändern. Gott beschließt Dinge außerhalb seiner selbst.
Gott verändert sich selbst oder seine Gesinnung nicht. Gott ist
er selbst. Seine Beschlüsse betreffen alles außerhalb seiner
selbst, keinesfalls ihn selbst. Er ist der beschließende Schöpfer; das
Universum ist die von ihm beschlossene Schöpfung.
C. Gottes Macht
Was ist mit Gottes Macht? Hiob 23,13 macht deutlich:
„Was er will, das tut er.“ Zwischen Gottes Willen und seinem Handeln
besteht eine absolut perfekte Übereinstimmung. Wenn er etwas tut, dann
weil er es so will. Wenn er etwas will, dann tut er es auch. Wenn er
etwas nicht will, dann tut er es auch nicht. Wenn er etwas nicht tut,
dann will er es nicht. Das ist die absolut perfekte Übereinstimmung
zwischen Gottes Willen und seinem Handeln. Was seine Seele möchte, nur
das (und nichts anderes) tut er.
Psalm 135,6 sagt: „Alles, was dem Herrn
wohlgefällt, das tut er, im Himmel und auf Erden, in den Meeren und in
allen Tiefen.“ „Alles, was dem Herrn wohlgefällt“ –
das ist der Bereich, der Gottes Wünsche, sein Wollen und Möchten
ausmacht. „Was auch immer dem Herrn gefällt, das tut er.“ Das tut
er „im Himmel“, das tut er „auf Erden,“ das tut er „in den
Meeren“ und in „allen Tiefen.“
Ähnlich bezeugt auch Psalm 115,3: „Aber unser Gott
ist im Himmel; er tut alles, was ihm wohlgefällt.“ Ein Gott, der
nicht tut, was immer ihm gefällt ist kein Gott und er ist ganz sicher
nicht in seinem Himmelreich. Aber unser Gott ist im Himmel! Was auch
immer ihm gefällt, das vollbringt er. Psalm 115 zeigt den wahren Gott
im Gegensatz zu einem Götzenbild. Götzenbilder haben Augen, sehen aber
nicht; sie haben Ohren, doch hören sie nicht; sie haben Hände, aber
tun nichts; sie haben Füße, aber bewegen sich nicht (V.5-7). Aber
unser Gott ist im Himmel. Er tut, was immer ihm gefällt. Was immer ihm
gefällt, das tut er. Was immer er tut, tut er, weil es ihm gefällt. Es
gibt nichts, was er tun möchte, tun will oder ihm gefällt zu tun und
er tut es nicht, weil „unser Gott im Himmel [ist]; er tut alles, was
ihm wohlgefällt.“
In Augustins Abhandlung über Erwählung und
Verdammnis in Abschnit xciv-ciii seines Handbuchs widerlegt er
das freie Angebot anhand von Gottes Einheit, Unveränderlichkeit und
Macht, mit ähnlichen Argumenten wie sie in diesem Artikel entwickelt
wurden, zweimal zitiert er Psalm 115,3:
Und mit Sicherheit gibt es keine Ungerechtigkeit
in Gottes Unwillen sie zu retten, obwohl sie hätten gerettet werden
können, hätte er es so gewollt. Seinerzeit wird im klarsten Licht
der Weisheit das gesehen werden, was jetzt mit Frömmigkeit im
Glauben geschieht, obwohl es noch keine Frage eines bestimmten
Wissens ist wie gewiss, wie unveränderlich und wie wirksam der
Wille Gottes ist; wieviele Dinge er tun kann, die er nicht tun will,
allerdings will er nichts, was er nicht tun kann; und wie wahr ist
das Lied des Psalmisten: „Aber unser Gott ist im Himmel; er tut
alles, was ihm wohlgefällt.“ Ganz sicher ist nicht wahr, dass
Gott jemals etwas gewollt hat, was er nicht vollbrachte; und
schlimmer noch, dass es der Wille des Menschen war, der den
Allmächtigen daran gehindert hat etwas zu tun, was ihm gefiel.
Nichts passiert deshalb ohne den Willen des Allmächtigen, entweder
er erlaubt, dass etwas geschehen soll oder er tut es selbst [...]
sofern wir nicht genötigt werden zu glauben, dass der allmächtige
Gott irgendetwas gewollt hat, was nicht getan wurde: Um jede
Uneindeutigkeit beiseite zu räumen, wenn „unser Gott [
...] im Himmel; [
...] alles [
tut], was ihm wohlgefällt“, wie der
Psalmist über ihn singt, wollte er eindeutig nichts tun, was er
nicht getan hat.5
D. Gottes Weisheit
Von Gottes Macht, wenden wir uns nun Gottes Weisheit
zu. Was ist die Weisheit Gottes? Sie ist seine Anpassung aller Dinge zur
Herrlichkeit seines Namens. In seiner Weisheit erfüllt Gott alle seine
Pläne und seine Wünsche. Unerfüllte Wünsche bedeuten nicht nur
begrenzte Macht, sondern auch begrenzte Weisheit.
Einige Dinge würden wir gerne tun. Doch die Dinge
laufen nicht so wie wir wollen. Das zeigt, dass wir nicht die
vollkommene Weisheit haben alles in unserem Leben zurechtzulegen oder zu
arrangieren; dass uns bezüglich einiger Bereiche etwas fehlt. Gottes
Weisheit bedeutet, dass sein Verlangen, alle seine Wünsche und sein
Wille im gesamten Universum immer vollkommen erfüllt werden. Die
Ansicht, dass Gott die Verdammten retten möchte steht im Konflikt mit
Gottes Weisheit, denn obwohl er die Verdammten retten möchte, richtet
er nicht alles so ein, dass sie erlöst werden. Stattdessen sind alle
Dinge, inklusive Verdamnis (Röm. 9), Wohlstand (Psalm 73) und Predigten
(2.Kor. 2,15-17) vollkommen auf ihre Vernichtung ausgerichtet.
VI. Calvinismus
Das freie Angebot hat nicht nur verheerende
Konsequenzen für die eigene Lehre von Gott, sie hat auch verheerende
Konsequenzen bezüglich des Calvinismus.
A. Verdammnis
Wenn man am freien Angebot festhält, es durchdenkt
und auf andere Aspekte der Theologie einer Person bezieht, muss sich die
Lehre von der Verdammnis verabschieden sowohl auf die Lehre als auch auf
die Geschichte bezogen. Denn wenn Gott wirklich jeden retten wollte,
hätte er dann einige dazu bestimmt nicht gerettet zu werden? Denk
darüber nach. Gott möchte wirklich jeden retten, aber was tut er? Er
entscheidet sich, sie nicht zu retten. Diese Dinge passen nicht zusammen.
Der Streitpunkt, dass das Verlangen Gottes jeden zu retten den ewigen
Beschluss der Verdamnis verwirft, hat die Schlacht in den meisten
presbyterianischen und reformierten Kirchen gewonnen. Die christlich
reformierte Kirche in Nordamerika nahm das freie Angebot bereitwillig an
und machte es zu einer verpflichtenden Lehre im Jahr 1924. Henry R. Boer
sagte 1974 auf ihrer Synode: „Einen Moment, wenn Gott wirklich
jeden retten möchte, warum erklärt unser Bekenntnis, dass Gott in
Ewigkeit beschlossen hat einige Menschen nicht zu retten?“ Die Synode
konnte diesem Argument nichts entgegenbringen. Das erste Lehrstück der Dordrechter
Lehrsätze von der (Erwählung und) Verdammnis (mit ihrer
Zurückweisung von Irrtümern) wurde so zum toten Buchstaben.
Was ist außerdem mit dem Prediger, der das freie
Angebot vertritt und behauptet ein Calvinist zu sein? Vor Gott und den
Menschen muss er kühn und ungeniert die biblische und reformierte Lehre
der souveränen, bedingungslosen und doppelten Prädistination lehren.
Doch er glaubt, dass Gott sehnlichst die Verdammten retten möchte.
Seine schwierige Aufgabe ist es, zwei gegensätzliche Botschaften zu
predigen und dabei zu versuchen sie in irgendeiner Art und Weise
miteinander zu versöhnen sowohl in seinem Denken als auch bei seinen
Zuhörern.6 Keine leichte Aufgabe! Im
Angesicht dieses Rätsels und der gegebenen schmackhafteren Natur des
freien Angebots (sowohl in Bezug auf das eigene sündige Fleisch als
auch auf die arminianischen Zuhörer), ist es kein Wunder, dass die
Wahrheit der Verdammnis sowohl in den Predigten und als auch in den
Köpfen des Predigers und der Menschen als eine undeutliche und diffuse
Lehre in den Hintergrund zurücktritt, die mit allen Arten von
Schwierigkeiten und Problemen beladen ist. Die sieben mageren Kühe
fressen die sieben fetten Kühe, denn die biblische Lehre von der
Verdammnis wird verschwiegen, während die angeblich flammende Sehnsucht
des Allmächtigen jeden retten zu wollen die Bühne tritt.
B. Begrenzte Sühne
Eine andere Lehre, die sich logisch und geschichtlich
verabschieden muss, ist die Lehre der begrenzten oder bestimmten Sühne.
Denk darüber nach. Gott ersehnt sich und möchte wirklich jeden retten,
aber Erlösung ist unmöglich sofern Christus nicht für sie stirbt.
Dann muss Gott den Herrn Jesus gesandt haben, um für alle zu sterben.
Folglich haben wir die Irrlehre des allgemeinen Sühnopfers, die die Dordrechter
Lehrsätze, in Verbindung mit den gesamten Lehren des Arminianismus,
als die aus der Hölle gezogene Irrlehre der Pelagianer beschreiben (Dordrechter
Lehrsätze II, Verwerfung der Irrtümer 3).
Harold Dekker von der christlichen reformierten
Kirche argumentierte in den 1960ern so: „Wartet einen Moment, wenn
Gott wirklich jeden retten möchte und die Bekenntnisse sagen,
dass Christus nur für die Erwählten starb, haben wir ein Problem. Denn
da Gott wirklich jeden retten möchte –
wenn das überhaupt etwas bedeutet –
dann muss er Christus gesandt haben, um für alle zu sterben.“
Deshalb gibt es heute so genannte Calvinisten, die
Johannes 3,16 zitieren: „Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt,
daß er seinen eingeborenen Sohn gab“ und diesen Vers verwenden, um
mit ihm für eine allumfassende Liebe Gottes durch das Kreuz Christi
für jeden Menschen zu argumentieren. Dies ist einer der Schlüsseltexte,
den die Arminianer missbrauchen und so genannte Calvinisten stimmen
genau genommen mit ihrer Interpretation von Johannes 3,16 überein. Sie
sagen dann: „Wir sind die wirklichen Calvinisten und Menschen, die
nicht am freien Angebot festhalten sind Hyper-Calvinisten.“ Die
Definitionen ändern sich; die Schrift wird verdreht; Menschen werden
getäuscht.
C. Unwiderstehliche Gnade
Unwiderstehliche Gnade ist der vierte Punkt des
Calvinismus. Die Annahme, dass Gott sehnlichst jeden retten möchte,
inklusive der Verdammten, ist per Definition eine Gnade, der
widerstanden werden kann. Gott möchte sehnlichst jeden retten –
es gibt also eine Art Gnade für die Verdammten, eine Gnade, der
widerstanden werden kann und der immer widerstanden wurde. Folglich
haben wir unwiderstehliche und widerstehliche Gnade –
zwei Arten von Gnade. Was in aller Welt sind zwei Arten von Gnade? Da
ist ein Gott. Ein Gott, der eine Gnade hat. Aber das freie Angebot lehrt
zwei Arten von Gnade. Es gibt eine widerstehliche und eine
unwiderstehliche Gnade. Was geht hier vor?
D. Totale Verderbtheit
Was ist mit totaler Verderbtheit? Wenn Gott jeden
retten möchte, warum ist dann nicht jeder gerettet? Vielleicht haben
einige seiner Gnade widerstanden, wohingegen andere Leute etwas williger
waren. Auf diese Weise kommt der freie Wille ins Spiel. Damit anzufangen,
entfernt einen immer weiter von Gottes Wahrheit Richtung Irrtum. Viele
Leute, die gerne am freien Angebot und in irgendeiner Art und Weise am
Calvinismus festhalten möchten, würden dies zurückweisen. Aber so ist
es bereits vielen Menschen ergangen und vielen anderen wird es noch so
gehen.
E. Logische Inkonsistenzen
Dies alles beweist, dass der Calvinismus, die
Wahrheit von Gottes souveräner bestimmter Gnade, der in der Schrift
gelehrt und in den Dordrechter Lehrsätzen zusammengefasst wird
und die Theologie des freien Angebots nicht konsistent sind und nicht
miteinander versöhnt werden können. Viele Verteidiger des freien
Angebots geben dies auch zu. Sie räumen ein: „Calvinismus und den
Wunsch Gottes die Verdammten zu retten kann ich nicht in
Übereinstimmung bringen. Das passt nicht zusammen.“ Anstatt
allerdings daraus zu schlussfolgern „einen Moment mal, es gibt hier
ein Problem, weil Gottes Wahrheit eins und immer konsistent ist,“
sagen sie „es ist ein Paradoxon, ein Mysterium.“ Was sie aber
wirklich meinen ist, dass es ein völliger Widerspruch ist. Sie geben
diesem nur ausgefallene Bezeichnungen wie Mysterium oder Paradox.
Besonders in den letzten 100 Jahren wurde der Wunsch
Gottes die Verdammten zu retten in reformierten Kreisen gelehrt und
gefördert. Dabei haben sie es immer noch nicht geschafft zu zeigen, wie
das freie Angebot und die fünf Punkte des Calvinismus der Dordrechter
Synode (inklusiver deren „Verwerfung der Irrtümer“) zusammen passen.
Doch alle wahren Lehren, wie die Lehren der Dreieinigkeit, der Gottheit,
der Person und der zwei Naturen Christi, Schöpfung, Vorsehung,
unwiderstehliche Gnade etc. sind nicht widersprüchlich, sondern
kohärent. Konsistenz ist ein Kennzeichen von Wahrheit; Widersprüche
sind Kennzeichen der Lüge.
Darüber hinaus setzen sich Prinzipien durch. Falsche
Lehren beeinflussen das eigene Wissen vom wahren und lebendigen Gott
schwerwiegend, besonders wenn sie vollständig in die eigene Theologie
aufgenommen, verkündigt und verteidigt werden. Sowohl in der
Kirchengeschichte als auch im Glauben und im Leben von bekennenden
Christen ist dies klar erkennbar.
F. Amyraldianismus
Ein Beispiel dafür: Im 17. Jahrhundert Frankreichs
lebte ein Häretiker namens Moses Amyraut. Amyrauts Lehre wurde als
Amyraldianismus oder Hypothetischer Universalismus bezeichnet. Amyraut
lehrte, dass es zwei Erwählungen bezüglich der Erlösung der
Menschheit gibt. Die erste Erwählung ist Gottes Auswahl absolut aller
zur Errettung unter der Bedingung, dass sie glauben. Aber natürlich
wird niemand glauben, weil wir alle total verdorben sind. Also hat Gott
zum zweiten Mal erwählt und zwar diejenigen, denen er Glauben zur
Errettung schenken möchte. Was für ein verdrehtes Gedankengebäude!
Amyraut ersann auch eine Theorie, die einen Doppelbezug von Jesu
Sühnung lehrte. Christus starb für jeden einzelnen Menschen, wenn
sie nur glauben würden. Da aber niemand glauben wird, weil alle unter
der Knechtschaft der Sünden stehen, sandte Gott Jesus um Sühnung für
die zu erwirken, die er auserwählt hat zu glauben. Amyraut behauptete,
dass dies der wahre Calvinismus sei, die Lehren Johannes Calvins,
begründet in der heiligen Schrift.
Innerhalb einer relativ kurzen Zeit steuerte die
reformierte Kirche in Frankreich, aufgrund der amyraldianischen “Modifikation“
des Calvinismus, immer weiter auf den Arminianismus zu. Der
Amyraldianismus spaltete die Kirche und laugte deren geistige Kraft aus.
Die kirchlichen Synoden waren nicht stark genug, um damit fertig zu
werden. Ein Analyst und Historiker des gallischen Calvinismus
bezeichnete Amyraut als „den Totengräber der französisch
reformierten Kirche.“7 Wenn man heute
nach Frankreich reist, würde man niemals glauben, dass zu einer
bestimmten Zeit fast das halbe Land calvinistisch gewesen ist. Warum
sind nur wenige reformierte Kirchen in Frankreich zu finden? Warum sind
die wenigen französisch reformierten Kirchen so schwach in der Lehre?
Es begann mit Amyraut und seinem „modifizierten Calvinismus.“ Er war
der Totengräber und der Amyraldianismus war sein Spaten. Prinzipien
setzen sich durch.
Die Theologie des freien Angebots fällt dort auf
fruchtbaren Boden, wo die robuste biblische und reformierte Lehre von
Gott – seine
vollkommene Einheit, seine absolute Unwandelbarkeit, seine
unwiderstehliche Macht, seine unendliche Weisheit und sein souveräner
Ratschluss – sowie
der antithetische Calvinismus der Dordrechter Lehrsätze nicht
gekannt und geliebt werden und sich niemand an ihnen erfreut. Daher sind
in unseren Tagen in nominellen evangelischen und reformierten Kirchen so
viele, die nicht richtig in der Wahrheit verankert sind, offen für das
freie Angebot. Auf diese Weise können sie behaupten calvinistisch und
reformiert zu sein und gleichzeitig einen Kompromiss mit
Arminianern und dem Arminianismus eingehen. Sie denken, sie können
alles haben!
VII. Eine nutzlose Lehre
Das freie Angebot kann nichts Positives bewirken.
Gemäß Gottes ewigem Ratschluss steht die Zahl der Erwählten und
Verdammten unwideruflich fest (Westminster Bekenntnis Artikel
3.4; Dordrechter Lehrsätze I, Artikel 11). Die Erwählten sind
durch Gottes unwiderstehliche Gnade in Christus errettet und die
Verdammten gehen an ihren Sünden und ihrem halsstarrigen Unglauben
zugrunde.
Das freie Angebot rettet genau genommen niemanden.
Das freie Angebot hat niemanden gerettet; nicht eine einzige
Person wurde jemals durch das freie Angebot errettet. Das freie Angebot wird
auch niemanden retten. Warum? Weil das freie Angebot niemanden retten kann.
Per Definition kann es keine einzige Person retten. Das freie
Angebot drückt einen Wunsch Gottes aus die Verdammten zu retten, die
Verdammten können aber laut Definition nicht gerettet werden! Also hat
Gott ein glühendes Verlangen die zu retten, die nicht gerettet werden
können. Er hat einen Feuereifer die zu retten, die er dazu bestimmt
hat sie nicht zu retten. Was für eine skurrile und nutzlose Lehre!
Doch solange du diese Lehre nicht predigst, predigst du gemäß ihren
Vertretern nicht wirklich das Evangelium! Das bedeutet, dass solange du
nicht ein schwaches und prinzipiell widerstehliches Verlangen Gottes
predigst die zu retten, die gemäß Gottes ewiger Verdammnis nicht
gerettet werden können, du nicht wirklich das Evangelium predigst. Man
wird dann als Hyper-Calvinist denunziert! Das reformierte und biblische
Evangelium „ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran
glauben (Röm. 1,16)! Darum „schämen“ wir uns dessen nicht (V.16)
und darum ist das freie Angebot eine schändliche Parodie des „Evangelium[s]
von der [unwiderstehlichen] Gnade Gottes “ (Apg. 20,24) der
apostolischen Christenheit!
Nimm die radikalen Unterschiede zwischen der
Theologie des freien Angebots und der „wahre[n] Gnade Gottes“ zur
Kenntnis (1.Petrus 5,12). Dem freien Angebot kann widerstanden werden
und wurde auch immer widerstanden; Gottes Gnade aber ist immer
unwiderstehlich. Das freie Angebot ist unwirksam, immer unwirksam;
Gottes Gnade ist immer wirksam. Das freie Angebot ist endlich und hat
niemanden gerettet oder einen einzigen Sünder auch nur einen Zentimeter
näher an das Himmelreich gebracht; Gottes Gnade ist allmächtig und
rettet immer. Das freie Angebot ist eine veränderliche, zeitliche Gnade;
Gottes Gnade ist unveränderlich und ewig, „denn seine Gnade währt
ewiglich“ (Psalm 136,1-26).
Wie kann also dieses angebliche Verlangen Gottes die
Verdammten zu retten, dem wahren und lebendigen Gott zugeschrieben
werden? Laut Definition ist das freie Angebot eine widerstehliche,
machtlose, veränderliche und zeitliche Gnade, wohingegen die wahre
Gnade Gottes unwiderstehlich, allmächtig, unveränderlich und ewig ist.
Das freie Angebot hat die Eigenschaften des arminianischen Gottes, also
im Grunde die Eigenschaften von Menschen: widerstehlich, machtlos,
veränderlich und zeitlich.
In der Kirche besteht immer die Tendenz, Gott uns
selbst ähnlich zu machen. In Psalm 50 weist Gott Israel zurecht „da
meintest du, ich sei gleich wie du“ (V.21). Denn für die Sünde sich
einen Gott nach eigenem Bilde zu schaffen, sagt Gott, dass er sie
deswegen „zurechtweisen“ (V.21) und „hinwegraffen“ wird (V.22).
VIII. Eine „nützliche“ Lehre
Obwohl das freie Angebot an sich nicht Teil der „Lehre
[ist], die der Gottesfurcht entspricht“ (1. Tim. 6,3) durch die der
Sohn Gottes seine Gemeinde „sammelt, beschützt und bewahrt“ (Heidelberger
Katechismus, A 54), erfüllt es für seine Vertreter doch einen „Verwendungszweck“.
A. Evangelisation
Es ist „nützlich“ in Bezug auf Evangelisation.
Stell dir einen bekennenden Calvinisten vor, der am freien Angebot
festhält. Effektiv betrachtet verfügt er über zwei Evangelien. Einmal
hat er den Calvinismus, der Gottes bestimmte Gnade in der Erwählung, im
Kreuz, in der Wiedergeburt, in der Rechtfertigung, in der Bewahrung, in
der Verherrlichung etc. lehrt. Dann wiederum hat er das freie Angebot
und den Arminianismus: „Gott liebt dich und möchte dich retten.“
Aus meiner Zeit als Student an der Queens
Universität in Belfast erinnere ich mich an einen jungen Mann, der ein
Vertreter dieser zweigleisigen Theologie gewesen ist. Um ein Zeugnis vor
ungläubigen Studenten abzugeben, kam er damit: „Gott liebt dich und
möchte dich retten.“ Doch wenn er mit mir sprach behauptete er ein
Calvinist zu sein und teilte mir seine calvinistischen Überzeugungen
mit. Aber Gottes souveräne Gnade war nicht Inhalt seiner Botschaft an
Ungläubige. Er hatte zwei verschiedene Botschaften für zwei
verschiedene Gruppen. Ich brachte allen das gleiche Evangelium, den
Ungläubigen und den Gläubigen, denn es gibt nur ein Evangelium von
Gottes souveräner Gnade (Apg. 20,24).
Du kannst sehen, wie viel „einfacher“ diese nette,
weiche, sanfte, nicht Anstoß erregende Herangehensweise für Christen
anzunehmen ist, wenn sie Ungläubigen begegnen. Erzähle ihnen einfach,
dass Gott sie liebt und sie retten möchte! Oh, wie “nützlich“ das
freie Angebot doch ist! Es vermeidet den biblischen Anstoß während des
Evangelisierens: den Tadel des Kreuzes, das Ärgernis des Evangeliums.
Ich sage natürlich nicht, dass wir uns beim Evangelisieren angreifend
verhalten sollen. Nein, wir müssen freundlich sein, „die Wahrheit
reden in Liebe“ (Eph. 4,15). Aber wir
müssen von der „Wahrheit
in Liebe“ sprechen und nicht von der Lüge. Was sollen wir bezeugen?
„[...] und ihr seid meine Zeugen, spricht der Herr, daß ich Gott
bin“ (Jesaja 43,12). Wir haben nicht die
Befugnis einen versagenden, frustrierten, sich widersprechenden,
lügenden Gott zu bezeugen, der nicht vollkommen eins, unwandelbar,
allmächtig und weise ist. Das wäre ein Gott, der die Verdammten nicht
rettet, obwohl er es inständig und leidenschaftlich möchte. Wir
verkünden, dass Gott Gott ist und nicht, dass er alles in allem so ist
wie wir selbst (Psalm 50,21).
B. Gemeinschaft mit Arminianern
Das freie Angebot ist nicht nur in der Evangelisation
“nützlich“, sondern auch, um Gemeinschaft mit Arminianrern zu
ermöglichen. Lasst uns klar festhalten: der Calvinismus, wie er in den Dordrechter
Lehrsätzen zusammengefasst ist, lehrt nicht, dass der Arminianismus
ein alternatives Evangelium, sondern eine tödliche Irrlehre ist.
Dennoch rühmen viele so genannte Calvinisten, die am freien Angebot
festhalten (und diejenigen als „Hyper-Calvinisten“ betiteln, die
nicht mit ihnen übereinstimmen) Arminianer wie John Wesley, der den
Calvinismus leidenschaftlich hasste –
Gottes souveräne Gnade in Jesus Christus! –
und der Erwählung als „Blasphemie“ bezeichnete.8 John
Wesley sagte den Menschen, dass sie nicht in Gemeinden gehen sollten,
die lehrten, dass Christus nur für die Erwählten gestorben ist. Er
sagte sogar – in so
vielen Worten! – dass
das Blut Christi für Menschen vergossen wurde, die in die Hölle
kommen.9 Sein Bruder Charles Wesley schrieb viele
Kirchenlieder, die sich der Erwählung, Verdammung, der
begrenzten Sühne, der unwiederstehlichen Gnade etc. widersetzen. Wenn
“freie-Angebots-Calvinisten“, wie Iain Murray, Arminianer wie John
und Charles Wesley rühmen, offenbaren sie dadurch, dass ihr Calvinismus
nicht der rechtgläubige, biblische der Dordrechter Lehrsätze
ist.10
Die große Mehrheit der “freien-Angebots-Calvinisten“
haben Gemeinschaft mit den Arminianern. Wie nützlich das freie Angebot
doch ist! Du kannst behaupten ein Calvinist zu sein (und dir so einen
Namen in Bezug auf Strenggläubigkeit machen) und die Arminianer
glücklich machen, indem du die Liebe und das Verlangen Gottes predigst,
jeden Menschen erreichen und erlösen zu wollen. So musst du nicht für
die Wahrheit Gottes im Gegensatz zur Lüge des Arminianismus einstehen
und du kannst mit denjenigen Gemeinschaft pflegen, die die Wahrheit des
Evangeliums leugnen.
Es muss auch hervorgehoben werden, dass die große
Mehrheit der “freien-Angebots-Calvinisten“ Arminianer als Mitglieder
in ihren Gemeinden haben oder sogar als Diakone, Älteste oder Prediger.
Diese “freien-Angebots-Calvinisten“ weigern sich, sie zu ermahnen
und zu disziplinieren, obwohl ihre eigenen Bekenntnisse lehren, dass der
Arminianismus eine Irrlehre ist. Ihre Kanzeln sind bemerkenswert still
bezüglich der arminianischen Irrlehre, wohingegen diejenigen, die am
puren, antithetischen Calvinismus der Dordrechter Lehrsätze
festhalten als Hyper-Calvinisten verunglimpft werden!
Korrekterweise warnt John Owen vor der Gemeinschaft
mit Arminianern und ihrer Lehre vom freien Willen: „Eine Gemeinde kann
in ihrer Gemeinschaft nicht Austine [sprich Augustine] und Pelagius,
Calvin und Arminius vereinen.“11
Diejenigen, die an Gottes souveräner, bestimmter Gnade in Christus
festhalten, müssen keinen fleischlichen Frieden mit Arminianern suchen:
Das heilige Band des Friedens verbindet nur die
Einheit des Geistes, der in aller Wahrheit leitet. Wir müssen nicht
die rechte Hand der Gemeinschaft, sondern eher einen “heiligen
Krieg“ gegen die Feinde von Gottes Vorsehung, Christus Verdienst
und des mächtigen Wirkens des Heiligen Geistes verkünden.12
Diejenigen, die Arminianer in ihren Gemeinden
tolerieren und diejenigen als „Hyper-Calvinisten“ beschimpfen, die
an Gottes unverfälschter souveräner Gnade festhalten, zeigen
damit, dass sie keine wahren Calvinisten sind. Ihre Kritik an denjenigen,
die die Wahrheit der Dordrechter Lehrsätze lieben und daran
festhalten, sollte als das bezeichnet werden was es ist: reine
Scheinheiligkeit.
Wir müssen allerdings festhalten, dass es wiederum
Menschen gibt, denen von denen mit einem Ruf für Strenggläubigkeit
erzählt wurde, dass Gott jeden liebt und jeden retten möchte und die
das freie Angebot einfach akzeptierten, ohne wirklich darüber
nachgedacht zu haben. Nun ist der Zeitpunkt gekommen die Schriften zu
erforschen und den Geist des freien Angebots zu prüfen (Apg. 17,11; 1.
Joh. 4,1)!
IX. Die biblische Position
A. Predigen
Was ist jedoch der Grund das Evangelium zu verkünden,
wenn es nicht Gottes Verlangen ist, jeden zu retten? Das Gebot Gottes:
„Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen
Schöpfung!“ (Markus 16,15; vgl. Matt. 28,18-20). Der Herr ermahnt uns:
„Predigt! Verkündet allen das Evangelium!“ Das Evangelium wird in
jedem Wort Gottes verkündet, besonders wenn es auf den gekreuzigten,
auferstandenen und erhöhten Christus zentriert wird und auf Versöhnung,
Rechtfertigung, Vergebung und Frieden durch sein Kreuz. Dieses
Evangelium kommt mit Geboten und Ermahnungen. Alle, die das Evangelium
hören, werden aufgerufen Buße zu tun und an Jesus Christus, den
einzigen Erlöser, zu glauben. Die Bibel gebietet uns, jedem zu
verkünden zu Jesus zu kommen, um Erlösung zu erlangen. Die Schrift
gebraucht Worte wie tut Buße, bekehrt euch, kehrt um oder glaubt und
deren Synonyme wie vertraue, komm, iss, trink, höre und sieh. Diese
Ermahnungen müssen in der Verkündung des Evangeliums Gottes
ausgesprochen werden.
Die Anweisung aus Matthäus 11,28 („Kommt her zu
mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken“)
ist noch genauer, denn Jesus richtet sich speziell an jene, die „mühselig
und beladen“ sind, an diejenigen, für die Sünde und Schuld zu einer
Last geworden ist, die sie niederdrückt wie ein Tier, welches eine
schwere Last auf seinem Rücken trägt. Das Spüren der Last der Sünde
ist eine Frucht der Erwählung (Dordrechter Lehrsätze I, Artikel
12). Jesus ruft diejenigen, die durch ihre Sünden beladen sind, an ihn
zu glauben um Ruhe zu finden. Komm zu ihm mit all deinen Sünden, deiner
Schuld und Schande! Alle, die bußfertig und im Glauben zu Christus
fliehen, werden gewiss gerettet werden (Joh. 6,37).13
Die Bibel lehrt auch, dass wir uns an die wenden
müssen, die sich außerhalb von Jesus Christus befinden und die Last
ihrer Sünden nicht spüren. Kehr um von deinen Sünden und komme zu ihm!
Der Pastor sollte die unbekümmerten Unbekehrten tadeln und ermahnen und
sie zur Buße und zum Glauben aufrufen.
Der Hyper-Calvinismus leugnet andererseits die
Pflichtbuße und den Pflichtglauben und dass jeder dazu aufgerufen wird,
seine Sünden aufzugeben und an Jesus Christus zu glauben. Wir hingegen
lehren die Pflichtbuße und den Pflichtglauben. Gott „gebietet [...]
allen Menschen überall, Buße zu tun“ (Apg. 17,30). Alle müssen
Buße tun. Alle müssen glauben. Falls sie nicht Buße tun und nicht
glauben ist dies eine abscheuliche Übertretung, die Gott überaus
erzürnt. Der Allmächtige ist über diese Sünde genauso zornig wie
über all ihre anderen Sünden. Gottes Zorn richtet sich besonders gegen
die Sünde des Unglaubens, weil es die Halsstarrigkeit des
Menschenherzens, seine stolze Selbstgerechtigkeit und seine Verachtung
des vom Vater vielgeliebten Sohnes zeigt. Wir weisen den Hyper-Calvinismus
zurück und predigen gegen ihn. Und dennoch werden wir für all das als
Hyper-Calvinisten bezeichnet! Eine neue Definition von Hyper-Calvinismus
taucht auf und dann werden reformierte Christen und Kirchen
fälschlicherweise mit diesem schmählichen Ausdruck gebrandmarkt.14
Daher befassen sich Menschen nicht mit dieser Streitfrage. Vertreter von
Gottes bestimmter Gnade werden kurzerhand von Leuten als Hyper-Calvinisten
abgewiesen, die in Verlegenheit geraten würden auch nur erklären zu
müssen, was Calvinismus eigentlich bedeutet.
B. Sich die Erlösung seines Nächsten wünschen
Folgendes muss auch klar gestellt werden: Obwohl Gott
nicht die Erlösung jedes einzelnen Menschen möchte, ist die Berufung
der Christen –
deine Berufung und meine Berufung –
sich die Erlösung unseres Nächsten zu wünschen. Das ist biblisch. Der
Apostel Paulus sagte zu König Agrippa: „Ich wünschte mir von Gott,
daß über kurz oder lang nicht allein du, sondern auch alle, die mich
heute hören, solche würden, wie ich bin, ausgenommen diese Fesseln“
(Apg. 26,29). Paulus wünschte, wollte und ersehnte sich („Ich
wünschte mir von Gott“), dass jeder dort (Agrippa und „alle, die
mich heute hören“) Christen würden, wenn auch kein Gefangener so wie
er selbst („würden, wie ich bin, ausgenommen diese Fesseln“).
Diesem apostolischen Verlangen sollten wir als Beispiel nacheifern.
Etwas Ähnliches sagt Paulus in Römer 10,1 und zu
Beginn von Römer 9, dem großartigen Kapitel in Bezug auf
bedingungslose, doppelte Prädistenation (sogar in den Generationen von
Gläubigen). Zuerst bekräftigt er dreimal, dass er die Wahrheit spricht:
„[1] Ich sage die Wahrheit in Christus, [2] „ich lüge nicht, [3]
wie mir mein Gewissen bezeugt im Heiligen Geist“ (Röm. 9,1). Seine
ernste Beteuerung ist, dass er zutiefst betrübt und beladen ist: „Daß
ich große Traurigkeit und unablässigen Schmerz in meinem Herzen habe“
(V.2). Worüber ist sein Herz so zerbrochen? „Ich wünschte nämlich,
selber von Christus verbannt zu sein für meine Brüder, meine
Verwandten nach dem Fleisch“ (V.3). Mit anderen Worten, der Apostel
begehrt die Erlösung der Juden, seiner Landsleute, so sehr, dass er
für sie in die Hölle ginge, würde sie dies erlösen. Das ist ein
aufrichtiges und inständiges Verlangen! Dieser Eifer beschämt uns alle.
Dies ist die Leidenschaft des Apostel Paulus.
Doch dies ist Paulus Einstellung oder Wunsch, nicht
Gottes.15 Natürlich sagt Paulus
„ich wünschte“, was bedeutet „Ich
weiß, ich kann für sie nicht umkommen und für ihre Sünden büßen.
Nur Christus kann das. Aber wenn ich könnte, würde ich das tun.“ Der
wahre Christ fühlt das ebenfalls; nicht in dem Maße wie Paulus, denn
Paulus war ein besonders gottesfürchtiger Mann. Wenn wir durch unsere
Leiden unsere ungläubige Familie, unseren Nächsten oder unserer
Landsmänner in Christus errettet wüssten, würden wir das tun.16
Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem, was wir
als Geschöpfe berufen sind zu tun und dem, was Gott als
Schöpfer tut, dessen Wille eins, ungeteilt, souverän, allmächtig
und unwiderstehlich ist (Psalm 115,3; 135,6). Das ist mehr als ein
himmelhoher Unterschied, denn er ist der allmächtige Gott und wir sind
nichts als Menschen aus Staub.
Gott möchte die Verdammten nicht erlösen, aber er heiß
gut und erfreut sich an Menschen, die Buße tun und glauben.
Unglaube und Ungehorsam sind Sünden, die er verabscheut. Auf der
anderen Seite heißt der souveräne Allmächtige Glauben und Buße gut
und erfreut sich daran und an Menschen, die die zehn Gebote halten,
indem sie seinen Namen heiligen, seine Wahrheit lieben, ihre Eltern
ehren etc.
Doch hierin liegt ein grundlegender Unterschied.
Wahrhaftig, Gott erfreut sich an glaubenden, büßenden und seine
Gebote haltenden Menschen. Doch zu sagen, dass Gott sich die Erlösung
der Verdammten wünscht, ist nicht dasselbe. Dies wird nicht
geschehen und so wird der Allmächtige mit einem frustrierten Verlangen
dargestellt, welches im Gegensatz zu seinen Eigenschaften, seinem
Ratschluss und seinen Segnungen steht.
Lasst mich dies bezüglich Gottes befehlendem Willen
und seinem bestimmenden Willen so umformulieren:
1. Gottes befehlender Wille (er sagt uns, was wir
tun müssen –
Buße tun, glauben und ihm gehorchen) zeigt uns das Verhalten an,
welches er bejaht und an dem er sich als der gerechte,
rechtschaffene und heilige Gott erfreut.
2. Gottes bestimmender Wille (seine ewigen, alles
umfassenden Absichten, inklusive Erwählung, Verdammung und allem,
was geschieht) drückt aus, was er als ewiger, unveränderlicher,
allmächtiger, allwissender und einfach perfekte Jehova will,
möchte und wünscht (und zu seiner Ehre immer wirkt).
Der Position des freien Angebots bringt Gottes Befehl
an Ungläubige (von denen einige verdammt sind) dahingehend
durcheinander, dass seine Zustimmung, sein Wohlgefallen und seine Freude
an Buße und Glauben aufgefasst werden, als wünschte er sich die
Erlösung der Verdammten (obwohl er darin versagt diesen Wunsch zu
wirken). Dieser Irrtum (wissentlich oder unwissentlich) ficht Gottes
Charakter, Ratschluss und Heil an, wie wir gesehen haben.
Darüber hinaus setzt es den Allmächtigen mit dem
faulen Narr aus Sprüche 13,4 gleich: „Die Seele des Faulen gelüstet
nach vielem und hat doch nichts“. Gemäß der Theologie des freien
Angebots “wünscht“ sich Jehova sehnlichst in seiner “Seele“ die
Erlösung der Verdammten, dennoch kommen alle von ihnen per Definition
in ihren Sünden um und der immer gesegnete Gott „hat“ was diese
angeht „doch nichts“. Der biblische Calvinismus bejaht, dass der
Gott der Herrlichkeit seinen Willen und seine Wünsche, gemäß seinem
ewigen Ratschluss, verwirklicht: „Die Befriedigung eines Verlangens
tut der Seele wohl“ (Spr. 13,19)!
Folgendes in der Verkündigung des Evangeliums ist
Gottes Wille bezüglich der Erwählten und Verdammten: Gott möchte und
will (und wirkt) die Erlösung der Erwählten und –
das ist der furchtbare Teil –
die Verhärtung der Verdammten. Was der Allerhöchste will, passiert
tatsächlich (Hiob 23,13; Psalm 115,3; 135,6). Daher verkündet Paulus,
dass Prediger des Evangeliums den einen (den Verdammten) ein Geruch des
Todes zum Tode und den anderen (den Erwählten) ein Geruch des Lebens
zum Leben sind (2.Kor. 2,15-16). Das ist das göttliche Ergebnis und
die Intention des wahren Predigens des Evangeliums.
Gottes Gebot an christliche Prediger ist: „Verkündige
mein Wort – alles
davon – als ein
treuer Bote! Halte keinen Teil zurück und mische es nicht mit
Falschheit!“ (siehe 2.Kor. 2,17; 4,2). Derjenige, der predigt muss
gewillt sein, dass Gottes Wille durch die Predigt erfüllt wird: die
Erlösung seiner erwählten Gemeinde and die Verhärtung seiner
verdammten Feinde. Der Prediger muss sich diesen Fragen stellen: Bin ich
gewillt, Gottes Wort treu zu predigen ohne etwas dazuzutun oder
wegzunehmen? Bin ich gewillt wohl wissend zu predigen, dass dieser
zweifache Effekt des Wortes, Gottes Absicht und Wunsch ist? Selbst wenn
einige von denen, die durch das Wort verhärtet werden, welches ich
predige, Teil meiner Familie oder Freunde sein mögen? Wir müssen
bedenken, dass diejenigen, die Vater oder Mutter oder Freunde oder die
Ehefrau oder sonst irgendwen mehr lieben als Christus, seiner nicht wert
sind (Matt. 10,37). Der Prediger muss in der Lage sein dies sagen zu
können, obwohl er, persönlich gesprochen, sich wünschen würde alle
gerettet zu sehen, die unter das Wort seiner Predigt kommen (Apg. 26,29;
Röm. 9,1-3; 10,1), muss Gottes souveräner Wille ausgeführt werden.17
Jesus selbst, der große Prediger aus Gottes Gnade,
verkündet: „Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
daß du dies vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen
geoffenbart hast! Ja, Vater, denn so ist es wohlgefällig gewesen vor
dir“ (Matt. 11,25-26, zitiert in den Dordrechter Lehrsätzen I,
Verwerfungen 8). Der Prediger, der nicht gewillt ist als ein Werkzeug
sowohl der Verhärtung der Verdammten als auch der Erettung der
Erwählten zu dienen und der nicht sein „Amen“ zu diesen Worten
unseres Herrn Jesus hinzufügen kann, er ist derjenige, der nicht
wahrhaftig das Evangelium predigt.
Anhang
Augustin: „Da, so weit es uns betrifft, wir nicht
dazu in der Lage sind zwischen denen zu unterscheiden, die
vorherbestimmt sind und denen, die es nicht sind, sollten wir aufgrund
dieser Annahme wollen, dass alle Menschen gerettet werden [...] Die
Sache liegt allerdings beim Herrn, den Tadel dem nützlich sein zu
lassen, den er selbst dazu vorausgesehen und vorherbestimmt hat, in das
Bild seines Sohnes verwandelt zu werden“ (On Rebuke and Grace, Kap. 49).
Calvin: „[...] der Gehorsam, den wir durch
Gottes Vorsehung leisten, hält uns nicht davon ab über die
Zerschlagung verlorener Menschen betrübt zu sein, obgleich wir wissen,
dass sie durch das gerechte Gericht Gottes dem Untergang geweiht sind;
denn derselbe Verstand ist befähigt von diesen zwei Gefühlen
beeinflusst zu werden: dass wenn wir auf Gott schauen, wir willig den
Untergang derer ertragen, die er dazu bestimmt hat; und wenn wir unsere
Gedanken den Menschen zuwenden, wir wegen ihrer Sünden trauern.
Diejenigen, die sagen, dass fromme Menschen über Anteilnahmslosigkeit
und Gleichgültigkeit verfügen sollten, damit sie sich nicht dem
Ratschluss Gottes widersetzen, sind irregeführt“ (Kommentare zum
Römerbrief 9:2).
Herman Hoeksema: „Was der Apostel meint ist:
würde ich vor die Wahl gestellt, dass entweder meine Landsmänner
gerettet werden könnten oder ich; wäre es mir erlaubt zwischen ihrer
Erlösung und meiner eigenen zu wählen, könnte ich ihre Erlösung
durch meine Verdammung erwirken, würde ich mir in der Tat wünschen um
ihretwillen von Christus verflucht zu sein [...] lasst uns zur Kenntnis
nehmen, dass die Einstellung des Apostels in der Annäherung an den
gewaltigen Gegenstand Gottes absoluter Souveränität in der Erwählung
und Verdammung, von dem Wort Gottes als ein Beispiel für uns gedacht
ist. Wenn wir uns als Kinder Gottes dieser Thematik nähern und von
Gottes souveräner Vorherbestimmung sprechen, ist es nur angemessen,
dass unsere Einstellung zutiefst geistlich sein sollte. Es darf nicht
und es kann unter keinen Umständen eine Haltung von Stolz und
Selbsterhebung sein; denn wenn es Gott gefiel, uns in Abgrenzung von
anderen zur Errettung zu bestimmen, ist dies zweifellos kein Grund uns
selbst zu rühmen. Jemand, der wirklich die Wahrheit dieser Thematik
erfasst hat, wird sich zutiefst vor Gott demütigen. Kein Fleisch darf
sich in seiner Gegenwart rühmen. Und dies beinhaltet auch, dass jemand
nicht angemessen vom Subjekt Gottes souveräner Zurückweisung der
Verdammten sprechen kann, die zur Zeit unsere Mitmenschen, unsere
Angehörigen nach dem Fleisch sind, ohne zu einem gewissen Ausmaß
dieselbe Schwere, denselben anhaltenden Kummer für sie zu fühlen, den
der Apostel hier so eindringlich in seinem Herzen zu fühlen bekannt
gibt. Kein kaltherziges sich Erfreuen an der Verdamnis unserer
Mitmenschen sollte unser Nachdenken über Gottes souveräne Handlungen
mit den Menschenkindern charakterisieren. Die Tatsache, dass Gottes
vorherbestimmende Absicht unsere Rasse teilt, Menschen vom selben
Fleisch und Blut trennt, bleibt immer eine Leidensangelegenheit so lange
wir in dieser Zeit leben. Dies führt mich zu einer anderen
Bemerkung.Vom Standpunkt unseres Fleisches, unseres irdischen,
natürlichen Lebens und unserer Beziehungen, ist es nicht so
absonderlich –
ausgenommen einiger theologischer Einwände –
zu hören, dass der Apostel beteuert, er würde sich wünschen können
für seine Landsmänner nach dem Fleisch, von Christus verdammt zu sein.
Ohne uns auf eine Stufe mit dem Apostel stellen zu wollen, können wir
vorbehaltlos sagen, dass wir bis zu einem gewissen Grad seine Worte
wiederholen können. Man stelle sich nur Eltern vor, die den Kummer
erfahren, ein Kind oder mehrere Kinder den Weg der Sünde und Verdammnis
gehen zu sehen. Man stelle sich einen Pastor vor, der sich im Laufe der
Jahre mit seiner Herde verbunden fühlt und sich ernsthaft ihre
Erlösung wünscht, jedoch weiß, dass einige nicht die Objekte Gottes
erwählender Liebe sind. Und was von unserem eigenen Fleisch und Blut im
engsten Sinne des Wortes wahr ist und von der Gemeinde Christi in der
Welt im Allgemeinen, kann auf die gesamte Menschheit angewandt werden.
Von einem Blut hat Gott die ganze menschliche Rasse gemacht und sie sind
alle, gemäß dem Fleisch, unsere Brüder. Und wir können zumindest ein
wenig die Einstellung des Apostels verstehen, wenn er von der großen
Niedergeschlagenheit spricht, die seine Seele belastet und sagt, er
würde sich wünschen können von Christus für seine Mitmenschen nach
dem Fleisch, verflucht zu sein. Und wir können, sofern es ein Wünschen
gemäß unseres heutigen Fleisches und Blutes ist, in der Tat wünschen,
dass alle Menschen gerettet werden“ („Our Approach to the Doctrine of
Predestination [Rom. 9:1-3]“).
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Endnoten
1 Die
Audiodatei der Rede, von der dieser Artikel stammt, ist online
zugänglich: „Does God Desire to Save the Reprobate?“
2John
Murray: "The Free Offer of the Gospel". In: Collected Writings
of John Murray. Great Britain: Banner, 1982 (4). S. 113-114.
3 Siehe
Johannes Calvin: „Nun wenden wir uns den Verworfenen zu, die der
Apostel (Röm. 9-11)
zugleich in seine Betrachtung einbezieht. Wie nämlich Jakob, als er
sich noch durch keinerlei gute Werke Verdienste erworben hat, zu Gnaden
angenommen wird, so wird andererseits Esau, als er noch durch keinerlei
Missetat befleckt ist, gehaßt (Röm. 9,13)“ (Unterricht in der
christlichen Religion, Drittes Buch 22,11).
4 Der
ewige Gott ist natürlich zeitlos, steht sowohl über Zeit als auch Raum.
5Augustine,
The Enchiridion on Faith, Hope and Love, ed. Henry Paolucci, trans. J.
F. Shaw. Chicago: Henry Regnery Co., 1961, xcv, S. 109; ciii, S.
121-122.
6Prediger
des freien Angebots versuchen hier auszuweichen, indem sie von einem „Mysterium“,
„Paradoxon“, zwei Ebenen in Gott, einer stufenweisen Anordnung in
Gott selbst etc. sprechen.
7Professor
Georges Serr, von Roger Nicole zitiert. In: Westminster Theological
Journal, Herbst 1992 Vol. 54 (2). S. 396.
8Wesley
wetterte dagegen, dass die „Blasphemie“ der Erwählung „den
allerheiligsten Gott schlimmer als den Teufel darstellte und zwar
falscher, grausamer und ungerechter“ (zitiert in: Stephen Tomkins:
John Wesley, A Biography. Grand Rapids: Eerdmans, 2003. S. 78).
9The
Works of John Wesley. Grand Rapids: Baker, 1996 (10). S. 297.
10Siehe:
Iain Murray, Wesley and Men Who Followed. Great Britain: Banner, 2003.
11The
Works of John Owen. Great Britain: Banner, repr. 1967 (10). S. 7.
12Ebd.
S. 7.
13Siehe
Roger Nicole, Standing Forth: Collected Writings of Roger Nicole. Great
Britain: Christian Focus Publications, 2002. S. 295, 340.
14Z.B.
Phil Johnson nennt A. W. Pink sogar einen "Hyper-Calvinisten"
("A Primer on
Hyper-Calvinism")!
15Hesekiel
33,11, Matthäus 23,37, 1.Timotheus 2,4, 2.Petrus 3,9 etc., sind
falsch interpretiert und zur Verteidigung des Willens Gottes die
Verdammten retten zu wollen, zurechtgelegt worden. Deren richtige
Interpretation liegt außerhalb des Rahmens dieses Artikels. Einige oder
alle sind in folgenden Werken erklärt worden: Augustine, The
Enchiridion on Faith, Hope and Love, ed. Henry Paolucci, trans. J.
F. Shaw (Chicago: Henry Regnery Co., 1961); John Calvin, Calvin’s
Calvinism (Grandville, MI: RFPA, 1987); John Knox, Against an
Anabaptist: In Defense of Predestination (Edmonton, AB: SWRB, no
date); John Owen, The Death of Death: in the Death of Jesus Christ
(Great Britain: Banner, 1983); Francis Turretin, Institutes of
Elenctic Theology, trans. George Musgrave Giger, ed. James T.
Dennison, Jr., 3 vols. (Phillipsburg, NJ: P & R, 1992-1997); John
Gill, The Cause of God and Truth (Grand Rapids: Sovereign Grace
Publisher, 1971); Abraham Kuyper, Particular
Grace (Grandville, MI: RFPA, 2001); Arthur W. Pink, The
Sovereignty of God (Grand
Rapids: Baker, 2005); David Engelsma, Hyper-Calvinism
and the Call of the Gospel (Grandville, MI: RFPA, 1980); Garrett
P. Johnson, "The
Myth of Common Grace," Trinity Review (March, 1987).
Für eine ausgezeichnete Abhandlung
vieler Themen dieses Artikels, siehe auch das berühmte Werk des
italienischen Reformers: Jerome Zanchius (1516-1590), Absolute
Predestination (USA: The National Foundation for Christian Education,
ohne Datum).
16Der
Anhang dieses Artikels beinhaltet Zitate von drei unerschütterlichen
Verteidigern der bestimmten Gnade, die denselben Standpunkt vertreten.
17Zwei
Audiopredigten über Jesaja 6,9-10 entwickeln diese Punkte und die des
vorangegangen Abschnittes ausführlicher: „Isaiah's Call to Preach (I)“
und „Isaiah's Call to Preach (II)“. |
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