Covenant Protestant Reformed Church
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Prüfet die Geister: eine Reformierte Untersuchung der Pfingstbewegung

David Engelsma

 

Die Einführung

Eine Untersuchung vom Standpunkt des Reformierten Glaubens von der religiösen Bewegung, die als die Pfingstbewegung bekannt ist, ist in Ordnung. Denn diese Bewegung dringt auch in Reformierte Gemeinden ein. Manche vertreten die Meinung, dass der Reformierte Glaube und die Pfingstbewegung in Harmonie miteinander existieren können; andere behaupten, dass die Pfingstbewegung die Reformation in unserer Zeit vervollständigt; andere erklären öffentlich, dass die Pfingstreligion den historischen Reformierten Glauben ersetzt.

Diese Untersuchung durchzuführen ist berechtigt. Häufig schrecken die Pfingstchristen diejenigen ab, die die Pfingstbewegung kritisieren würden, indem sie andeuten, dass eine Kritik der Pfingstbewegung die unverzeihliche Sünde der Lästerung wider den Heiligen Geist sei (Matt. 12:31). Ein Reformierter Mann wird nicht durch diese Verängstigungstaktik abgeschrocken. Mehr als einmal in der Kirchengeschichte haben falsche Lehrer versucht, in die Kirche einzudringen, indem sie an den Heiligen Geist appellierten. Ein hervorragendes Beispiel ist die Erscheinung von Fanatikern zur Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert, die die Lutheraner in Wittenberg belästigten. Diese waren die "himmlischen Propheten" und die "Enthusiaste," welche behaupteten, Sonderoffenbarungen vom Geist zu empfangen und Wunder zu vollbringen. Sie schüchterten Melanchthon ein aber sie schüchterten nicht Luther ein. Als sie schrieen, "Der Geist, der Geist" antwortete Luther, "Ich hau deinen Geist auf die Schnauze."

Der Reformierte Mann und Frau kennen die Lehre des Geistes Christi in der Heiligen Schrift: "Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind: denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt" (I Joh. 4:1).

Der Massstab einer Prüfung der Geister einschliesslich des Geistes der Pfingstbewegung ist die Heilige Schrift, das inspirierte Wort Gottes. Gemäss der Heiligen Schrift muss die Frage diese sein: bekennt dieser Geist, bekennt diese religiöse Bewegung Jesus Christus (I Joh. 4:2-3); bleibt er in der Lehre Christi (II Joh. 9)? Denn der Heilige Geist bekennt Jesus Christus und bringt die Lehre Christi.

Unsere Untersuchung der Pfingstbewegung muss auch ihre Kritik des christlichen Lebens von Reformierten Gläubigen in Betracht ziehen. Denn die Pfingstbewegung setzt das Leben derjenigen ab, die "lediglich glauben." Die Folge der Pfingstbewegung ist, dass Gläubige fragen sich, ob ihr Leben ist, was es sein sollte – ob es ein normales christliches Leben ist. Die Gläubigen sind sogar dazu geführt, daran zu zweifeln, ob sie errettete Christen überhaupt sind. Letzten Endes ist die Anziehungskraft der Pfingstbewegung auf religiöse Leute ihre Prahlerei bezüglich eines höheren völleren tieferen reicheren christlichen Lebens. Die Pfingstbewegung frohlockt über ein Leben, das ausschliesslich aus Kraft, Aufregung, Freude und Sieg besteht.

Lass niemand aber vermuten, weil wir von einer Reformierten Untersuchung der Pfingstbewegung sprechen, dass diese Untersuchung lediglich um der Mitglieder der Reformierten Gemeinde willen durchgeführt wird. Der Reformierte Glauben vertritt den Protestantismus – das biblische Christentum. Wie es offensichtlich werden wird, ist der Massstab, wodurch der Reformierte Glaube diese Untersuchung durchführt, die Heilige Schrift – der Regel für den Glauben und das Leben jedes bekennenden Christen. Unter dem klaren Licht der Heiligen Schrift zeigt die Pfingstbewegung Merkmale, die sie zweifelsohne als eine Form einer uralten und gut bekannten Drohung für das Christentum kennzeichnen.


Kapitel 1:
Die Reformierte Antwort auf die gründsätzlichen
biblischen Appelle der Pfingstbewegung

Mit der Pfingstbewegung verstehen wir die religiöse Bewegung, die ein zweites getrenntes Werk der Gnade im Kind Gottes, welches als "die Taufe mit dem Heiligen Geist" bezeichnet wird. In einem Moment nach der Wiedergeburt (oder, nach der Bekehrung) empfängt der Gläubige den Heiligen Geist, üblicherweise als ein wunderbares emotionelles Erlebnis auf eine solche Weise, dass jetzt er zum ersten Mal ein wunderbares Gefühl der Freude empfindet; so dass er die Kraft für dynamisches christliches Leben und Dienst bekommt; und so dass er eine aussergewöhnliche Gabe des Geistes, nämlich das Zungenreden, ausübt. Obwohl der Gläubige vorher Christus, die Vergebung der Sünden und die Heiligung empfangen hat, erst wenn die Taufe des Geistes ihn auf einem viel höheren geistlichen Niveau hebt, wird er ermächtigt, das volle freudvolle mächtige echte christliche Leben zu führen.

Diese Doktrin stellt genau das Herz der Pfingstbewegung dar. Andere Merkmale ziehen vielleicht die Aufmerksamheit der Zuschauer auf sich, z. B., die Zungen, die Wunder, und die Überschwung ihrer Versammlungen; aber die Bewegung steht oder fällt mit ihrer neuartigen Heilsdoktrin: ihre zweite Taufe. Die Grundkritik, welche der Reformierte Glaube in Bezug auf die Pfingstbewegung macht, ist, dass sie in ihrer Heilsdoktrin ketzerisch ist. Die Pfingstchristen setzen diese "Taufe-mit-dem-Heiligen-Geist" mit dem Kommen des Geistes auf die 120 Gläubige zu Pfingsten gleich. Daraus entsteht der Name der Bewegung: die Pfingstbewegung.

Da der Geist den auf diese Weise Getauften ausserordentliche Gaben gäbe, heisst die Bewegung auch die "charismatische Bewegung." Im Griechischen des Neuen Testaments ist das Wort, das "Gaben" bedeutet, "Charismata" (siehe I Kor. 12:4). Die von der Pfingstbewegung betonten Gaben sind Zungen, die Auslegung der Zungen, die Weissagung, die Wunder, und die Macht, unreine Geister auszutreiben. Die Hauptgabe ist das Zungenreden. Deshalb wird die Bewegung manchmal die "Zungenbewegung" genannt.

Die "Neopfingstbewegung" ist der Name, welcher dieser Bewegung gegeben wird, wie sie in den etablierten Protestantischen Kirchen und in der Römisch Katholischen Kirche praktiziert wird. Es sind Pfingstgemeinden seit den frühen 1900 Jahren gewesen, z.B., die "Versammlungen Gottes." In den frühren 1960 Jahren fingen Menschen in den etablierten Protestantischen Kirchen an, in ihren eigenen Kirchen die Pfingstglaubenslehren und Pfingstpraktiken zu befürworten. Den Führer erkennt man allgemein als der Episkopaler Dennis Bennett. Zu dieser Zeit gibt es kaum eine Glaubensgemeinschaft, welche praktizierende Pfingstchristen in ihrer Mitgliederschaft nicht duldet oder genehmigt.

Die Pfingstbewegung behauptet, dass ihre Doktrin der Taufe mit dem Heiligen Geist als ein zweites Gnadenwerk und ihre Lehre der Anwesenheit der ausserordentlichen Gaben des Geistes in der Kirche bliblisch seien. Sie findet in Apostelgeschichte 2, sowie in Apostelgeschichte 8, 10 und 19, dass die Gläubige den Heiligen Geist nach ihrer Bekehrung empfingen, was ihnen grosse Kraft gab und ihnen Sondergaben gewährte. Sie weist uns auf I Korinther 12 als Beweis hin, dass die Gaben des Geistes in der Kirche des Neuen Testaments die Heilung, die Wunder, die Weissagung und dergleichen einschliessen.

Was ist die Reformierte Antwort auf diese Appelle auf die Bibel als Unterstützung der Lehre der Pfingstbewegung von der Taufe mit dem Geist und den ausserordentlichen Gaben?

 

Die Taufe mit dem Geist

Es gibt eine Taufe mit dem Heiligen Geist. Sie ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Heils. Johannes der Täufer bringt dies klar zum Ausdruck, indem er in Bezug auf das errettende Werk Christi sagt: "Der wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen" (Matt. 3:11; siehe auch Markus 1:18; Lukas 3:16 und Johannes 1:33). Aber diese Taufe ist kein zweites Werk des Geistes nach der Wiedergeburt und nach der Gabe des Glaubens. Diese wird auch nicht nur auf bestimmte Christen eingeschränkt, auf diejenigen, die gewisse Bedingungen erfüllt haben und sich dieser höheren Phase des Heils würdig gemacht haben. Die Taufe Christi mit seinem Geist ist sein eines errettendes Werk durch seinen Geist in jedem auserwählten Kind Gottes. Sie ist die Wiedergeburt aus dem Himmel (Joh. 3:1-8). Sie ist die Reinigung von der Sünde und die Weihe zu Gott durch das Ausgiessen des Geistes in sein Herz. Die Taufe von Johannes mit Wasser war ein Zeichen dieser geistlichen Wirklichkeit. Das Sakrament der Taufe in der Kirche ist ein Zeichen der Taufe mit dem Geist, wie Titus 3:5-6 lehrt: "nach seiner Barmherzigkeit [rettete er uns] durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im Heiligen Geist, welchen er ausgegossen hat über uns reichlich durch Jesus Christus unsren Heiland."

Es gibt nur eine Taufe in der Kirche Jesu Christi: die Taufe mit dem Heiligen Geist, die durch die Besprengung mit Wasser im Namen der Dreieinigen Gottes gedeutet wird. Diese ist die Lehre des Apostels in Epheser 4:5: "ein Herr, ein Glaube, eine Taufe." Die Pfingstbewegung hat zwei Taufen: eine erste niedrige Taufe – das Heil von der Sünde (deren Zeichen Wasser ist) und eine zweite höhere Taufe – die Taufe mit dem Heiligen Geist. Auf diese Weise trennt die Pfingstbewegung Christus, das Heil und die Kirche.

Die Taufe Christi jeder Person unter seinem Volk mit dem Heiligen Geist hängt ausschliesslich von seinem Werk ab, indem er für sein Volk diese Gabe durch seinen Tod verdiente. Sie hängt nicht auf Werke ab, die sein Volk verrichten müssen. Deshalb nicht nur darf jedes Kind Gottes sie empfangen, sondern jedes Kind Gottes empfängt sie tatsächlich: "Der wird euch mit dem Heiligen Geist taufen," versprach Johannes.

Sicherlich ist die Taufe mit dem Heiligen Geist der Empfang grosser Kraft von jedem, der so getauft wird, wie Christus seinen Jüngern in Apostelgeschichte 1:8 lehrte: "Ihr werdet aber die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, welcher auf euch kommen wird …" aber die Schrift muss uns lehren, woraus diese Kraft besteht und wie sie ausgeübt wird. Was die Kirche betrifft, ist es die Kraft, Christus zu bezeugen: "… und ihr werdet meine Zeugen sein …" (Apg. 1:8). Das Zeichen einer von dem Geist getauften Kirche ist deshalb, Christus treu zu verkünden.

Was das individuelle Kind Gottes betrifft, zeigt Johannes die Natur der Kraft der Taufe mit dem Geist, wenn er sagt, dass wir "mit dem Heiligen Geist und mit Feuer" getauft werden. Wir empfangen den Geist wie ein Feuer; er wohnt in uns und wirkt in uns wie ein Feuer. Das Feuer reinigt, indem es die Schlacke völlig abbrennt, die das Wertmetall verunreinigt. Ähnlicherweise brennt der Heilige Geist unsere Sünde ab, damit wir Gott in liebendem Gehorsam geweiht werden. Die Kraft der Taufe mit dem Geist ist die ehrfurchtgebietende Kraft der Heiligung. Genau dies war die Prophezeiung der Taufe mit dem Geist im Alten Testament. Im Tag, wenn der "Spross des Herrn" schön und herrlich ist, werden diejenigen, die durch die Gnade übrigbleiben "heilig heisssen, ein jeder, der aufgeschrieben ist zum Leben in Jerusalem. Wenn der Herr den Unflat der Töchter Zions abwaschen wird und die Blutschuld Jerusalems wegnehmen wird durch den Geist, der richten und ein Feuer anzünden wird" (Jes. 4:2-4).

Das Zeichen eines mit dem Geist getauften Christen ist deshalb die Traurigkeit wegen der Sünde (die Busse) und der Gehorsam zum Gesetz Gottes (die Heiligkeit).

Sind sie wiedergeboren (und das sind Sie sicherlich, wenn Sie an Jesus Christus glauben)? Bereuen Sie Ihre Sündhaftigkeit und Ihre Sünden? Gibt es in Ihrem Leben einen beginnenden Gehorsam zu allen Geboten vom Gesetz Gottes, obwohl dieser Gehorsam sehr klein sein mag? Dann sind Sie mit dem Heiligen Geist getauft worden; und das Sakrament ist Ihnen ein Zeichen und ein Siegel Ihrer Taufe mit dem Heiligen Geist, solange Sie leben. Lass niemand Sie irreführen, dass Sie noch nach einer besseren Taufe suchen müssen.

Wie erklärt es sich, dass im Buch der Apostelgeschichte es offensichtlich zwei getrennte Werke des Heiligen Geistes auf einige unter dem Volk Gottes gab? Die Jünger Jesu – Petrus, Johannes und andere – waren vor dem Pfingsten wiedergeborene errettete Menschen. Dies war selbstverständlich aufgrund des gnädigen Werkens vom Geist in ihren Herzen. Aber zu Pfingsten wurden diese Männer "voll des Heiligen Geistes" (Apg. 2:4). Auf sie wurde der Geist ausgegossen (Apg. 2:16-18). Sie wurden dann "mit dem Heiligen Geist getauft" (Apg. 1:5)

Die Pfingstbewegung appelliert an diese Geschichte in der Apostelgeschichte als Beweis für die Behauptung, dass es im Leben von jedem Christen zwei getrennte Werke der Gnade geben muss: die Wiedergeburt (oder, die Bekehrung) und die Taufe mit dem Heiligen Geist. Das Erlebnis der Jünger und anderer im Buch der Apostelgeschichte wird als normativ für jedes Kind Gottes betrachtet. Die Pfingstbewegung besteht darauf, dass für jedes Kirchenmitglied das Pfingsten immer wieder wiederholt werden muss. Einer der führenden Schreiber der Pfingstbewegung Donald Gee spricht von "einem persönlichen Pfingsten" für jeden Christen (A New Discovery).

Dies verrät, dass das grosse Ereignis des Pfingstens völlig missverstanden wird. Es ist genauso närrisch, ein persönliches Pfingsten wie eine persönliche Menschwerdung Jesu oder einen persönlichen Tode Jesu oder eine persönliche Auferstehung Jesu zu verlangen.

Das Pfingsten war die Gabe seines Heiligen Geistes vom in den Himmel aufgefahrenen Christi zu seiner Kirche. Der Geist wurde reichlich und in hohem Masse gegeben – er wurde "ausgegossen." Er wurde als Derjenige gegeben, der zu der Kirche die Erstlingsgabe des vervollständigten Werkes von Jesu Christi, die Wohltaten seines Todes und seiner Auferstehung , d.h. das Heil Christi, bringt. Durch die Gabe des Geistes wurde zur Kirche das Evangeliumsversprechen des Alten Testaments erfüllt (Apg. 2:38-39; Gal. 3:14), weil der Sohn Gottes dem Volk Gottes volles Heil – die Vergebung der Sünden und das ewige Leben – gegeben hat. Er taufte die Kirche mit dem Heiligen Geist (Apg. 1:5). Da er mächtiger als Johannes der Täufer war, überschwemmte er die Kirche mit der Wirklichkeit, wo Johannes nur das Zeichen geben konnte (Matt. 3:11).

Jener grossartige Sonntag bezeichnete den Niedergang des alten Zeitalters und das Kommen des neuen Zeitalters: sie ist die Grenze zwischen dem alten und dem neuen System. Im Unterschied zwischen dem Alten Testament und dem Neuen Testament geht es um die Fülle des Heiligen Geistes und in der Fülle des Heiligen Geistes geht es um den vollen Reichtum des vom Christi erleisteten Heils. Dies lehrt Johannes 7:37-39: "… denn der Geist war noch nicht da, denn Jesus war noch nicht verherrlicht." Im Zeitalter des Alten Testaments vor dem Pfingsten war der Heilige Geist noch nicht da. Er und sein errettendes Werk fehlte zwar nicht völlig, denn er rettete das Volk Gottes unter dem alten Bund, wie er uns jetzt rettet. Aber er war nicht anwesend mit der Fülle und mit dem Reichtum des Heils, mit dem er jetzt in der Kirche wohnt. Er konnte es nicht, denn Christus war noch nicht gestorben und auferstanden, um das reiche und volle Heil zu erwerben. Wie das Weihnachten der Geburtstag vom Sohn Gottes im Fleisch war, so war das Pfingsten "der Geburtstag" des Geistes als der Geist Christi in der Kirche.

Das Pfingsten wie die Menschwerdung, die Kreuzigung, die Auferstehung und die Himmelfahrt war ein einmal-für-alle-Zeit stattgefundenes Ereignis. Fünfzig Tage nach seiner Auferstehung schickte Jesus seinen Geist zu seiner Kirche. Dies wird niemals wiederholt, wie der Tod Jesu niemals wiederholt wird. Es ist Unsinn, wenn nicht Ketzerei, ein persönliches Pfingsten für jeden Christen zu verkünden. Aus diesem Grund irrt man sich, wenn man die Pfingstzeichen durch die Geschichte der Kirche erwartet. Ein Brausen wie ein gewaltiger Wind, zerteilte Zungen wie von Feuer und das Reden der Jünger mit anderen Zungen waren die ein für allemal stattgefundenen Zeichen vom historischen Ereignis vom Ausgiessen des Heiligen Geistes, genauso wie das grosse Erdbeben ein Zeichen der Auferstehung Jesu war. Sicherlich wurde es beabsichtigt, dass diese Zeichen auch die meinen im zwanzigsten Jahrhundert sein würden, genauso wie sie Zeichen für Petrus im Jahr 33 n. Chr. waren, aber sie sind die meinen, nicht indem ich erlebe, wie sie in meinem Leben wiederholt werden, sondern indem sie in den Seiten der Heiligen Schrift niedergeschrieben sind und indem sie durch den Glauben empfangen werden.

Wenn die Pfingstchristen versuchen, die Einmaligkeit des Pfingstens zu leugen, deuten sie auf Ereignisse in der Apostelgeschichte hin, die anscheinend Wiederholungen des Pfingstens sind: der Geist fiel auf die samaritischen Bekehrten (Apg. 8:5-24); der Geist wurde auf Kornelius und sein Haus ausgegossen (Apg. 10:44-48; 11:15-18) und der Geist kam auf die Jünger von Johannes (Apg. 19:1-7). In der Wirklichkeit sind diese Sonderereignisse, durch welche Gott zu zeigen beabsichtigte, dass das unwiederholbare Wunder des Pfingstens auf die ganze Kirche spezifisch auf die Halbheidnischen (die Samariter), auf die völlig Heidnischen (das Haus von Kornelius) und auf die Jünger von Johannes des Täufers überträgt. Diese sind Erweiterungen des Pfingstens auf die ganze Kirche, die am weitesten Auswirkungen des Pfingstens.

In Anbetracht der Bedeutung des Pfingstens können wir leicht verstehen, dass zu Pfingsten Männer und Frauen, die bereits schon selig waren, die Gabe des Heiligen Geistes empfingen, so dass sie einen neuen Reichtum des Heils und eine bisher unbekannte Kraft genossen. Dies lässt aber nicht auf zwei Werken der Gnade in jedem Christen schliessen; es ist nicht für alle Gläubige normativ, als ob wir auch erwarten und danach sehnen müssen, dass wir "bloss von dem Heil durch den Glauben" auf ein höheres Gefühls- und Kraftniveau von einer "Taufe mit dem Heiligen Geist" übergehen. Die Erklärung wird in der einzigartigen historischen Position der Heiligen gefunden, die durch das Pfingsten gelebt haben. Sie lebten durch den Übergang vom alten System auf das neue System, vom noch-nicht-Wesen des Geistes auf sein Wesen, vom noch-nicht-verherrlicht-Sein Christi auf sein verherrlicht-Sein. Vor jenem Moment waren jene Heiligen selig; jetzt wenn das neue Zeitalter dämmert, empfangen sie in seiner Fülle die Gabe des Geistes, d.h. das vervollständigte Heil vom verherrlichten Christi. Am Pfingsten gehen sie vorwärts, nicht von einem ersten niedrigen Gnadensniveau auf ein zweites höheres Gnadensniveau, sondern von der Kindheit der Kirche im Alten Bund auf die Volljährigkeit der Kirche im Neuen Bund (Gal. 4:1-7).

Wir schaudern vom Vorschlag zurück, dass jeder von uns das Pfingstenerlebnis wiederholen muss. Dann müssten wir eine gewisse Zeit ins alte System zurückgehen, um unter dem Gesetz in den Typen und Schatten zu leben, damit wir zu einem gewissen Zeitpunkt ins neue System übergehen können. Auch wenn dies möglich wäre, würden wir es uns weigern, da wir die Warnungen von Galater und Hebräer gehört haben.

Wir, die Heiligen des Neuen Testaments, empfangen den Geist des verherrlichten Christi mit dem vollen Christus und mit seinen sämtlichen Wohltaten sofort, so bald er uns wiedergeboren hat, er Wohnung bei uns macht, er uns ins Leib Christi die Kirche getauft hat und er uns durch einen wahren und lebenden Glauben mit Jesu verbindet. Sicherlich ist der Pfingstsegen der unsere, genauso wie er der Segen der 120 Gläubige im Obergemach des Hauses in Jerusalem war. Dies ist genauso notwendig wie unsere Teilnahme im Tode und in der Auferstehung Christi. Wenn man des Todes und der Auferstehung Christi und des Pfingstens nicht teilhaftig ist, ist man einfach nicht selig. Aber ich werde des Todes Christi teilhaftig, nicht indem sein Tod in meiner persönlichen Geschichte und in meinem Erlebnis irgendwie wiederholt wird. Ich bin durch den Glauben des Todes und der Auferstehung Christi teilhaftig: durch den Glauben bin ich mit Christi gekreuzigt und ich stehe mit ihm auf. Genauso durch dengleichen Glauben bin ich des Pfingstens teilhaftig. Der Segen jenes grossartigen Tages jetzt vor circa 2000 Jahren wird den meinen persönlich durch den Glauben, der vom Geist in mir gewirkt wird, der mich zu Christi und zu seinem Leib der Kirche verbindet, zu welcher Kirche der Geist damals gegeben wurde und bei welchem der Geist ewiglich wohnt. Diese ist die Lehre von Galater 3:14, "auf dass … wir den verheissenen Geist empfingen durch den Glauben."

 

Die Gabe der Zungen

Das andere der zwei auffallenden Merkmale der Pfingstbewegung ist ihre Doktrin und ihre angebliche Praxis bezüglich der ausserordentlichen Gaben des Geistes insbesonders des Zungenredens. Auch für dies behauptet die Bewegung Unterstützung in der Schrift insbesonders in I Korinther 12-14 zu finden. Was ist die Reformierte Antwort auf diese Lehre und ihren Appell auf die Bibel?

Es gab in der Zeit des Apostels eine Gabe der Zungen, ob diese Gabe dadurch erklärt wird, dass man fähig wurde, Fremdsprachen zu sprechen, ohne dass man diese gelernt hat, oder völlig neue unbekannte Sprachen reden konnte. I Korinther 14 deutet an, dass mindestens ein Aspekt dieser Gabe der Zungen in jenen Tagen die Fähigkeit war, eine völlig neue unbekannte Sprache zu sprechen. Niemand einschliesslich des Reders verstand, was gesagt wurde (vv. 2, 14). Die Auslegung der Zunge war wie die Zunge selbst eine Gabe des Geistes (v. 13; siehe auch I Kor. 12:10). Der Zungenreder sprach nicht mit Menschen sondern mit Gott (v. 2). Das Vorteil dieses war nicht die Erbauung anderer sondern seine eigene Erbauung (v. 4). In Zungen spricht der Zungenreder "Geheimnisse" (v. 2).

Es gab auch andere ausserordentlichen Gaben des Geistes in jenen Tagen: die Gabe, Sonderoffenbarungen von Gott zu empfangen; die Gabe, böse Geister auszutreiben; die Gabe, Schlangen aufzuheben und Gift zu trinken, ohne verletzt zu werden; die Gabe, die Kranken durch Handauflegung zu heilen; und die Gabe, die Toten zu erwecken (siehe Mark. 16:17-18; I Kor. 12:1-11).

Unter diesen Gaben war die Gabe des Zugenredens eine Gabe weniger Wichtigkeit. In der Gabenliste in I Korinther 12:28-31 werden die Zungen und die Auslegung der Zungen erst am Ende erwähnt und diese befinden sich nicht unter "den besten Gaben," nach welchen die Korinther streben sollten. I Korinther 14:39 lehrt lediglich, dass man das Zungenreden nicht verbieten soll, wo der Apostel ermahnt, sich des Weissagens zu befleissigen. Überall durch I Korinther 14 setzt der Apostel die Zungen im Vergleich mit der Weissagung herab, während er die vielfältigen Missbräuche der Zungengabe unter den Korinthern aufdeckt. Darüber hinaus waren die Zungen keine Gabe, die alle Korinther besassen, weder noch wurde es erwartet, dass alle diese Gabe besitzen sollten (I Kor. 12:20). Es ist mehr als merkwürdig, um es milde auszudrücken, dass die Pfingstbewegung, die ein grosses Geschrei macht, dass sie das Christentum des Neuen Testaments wiederherstellt, die Zungen die Gabe des Geistes par excellence macht, indem sie sowohl in der Theorie als auch in der Praxis zu dieser Gabe eine überragende Bedeutung zuschreibt, welche sie sogar in den Tagen der Apostel nicht hatte; und dass die Pfingstbewegung darauf besteht, dass jeder Christ diese Gabe besitzen muss, als ob Paulus niemals geschrieben hätte: "Reden sie alle in Zungen?"

Das Argument der Pfingstbewegung, dass es auch heute Wunder gebe, ist einfach: die Schrift lehrt, dass das Wunderliche ein Teil vom Leben und vom Dienst der Kirche während der Tagen der Apostel war. Man sollte deshalb auch heute in der Kirche die Gabe der Wunder finden.

Die Pfingstbewegung achtet aber die Lehre der Schrift nicht, dass die Wunder "eines Apostels Zeichen" (II Kor. 12:12) waren. Die Kraft, Wunder vollzubringen, wurde mit dem apostolischen Amt verbunden und deren Zweck war die Bestätigung der Apostel als Sonderknechte Christi und die Bestätigung ihrer Doktrin als das Evangelium Gottes. Dies deutet aber nicht an, dass nur die Apostel Wunder vollbringen konnten. Tatsächlich besassen auch andere Heiligen die Gabe, Wunder vollzubringen. Aber es bedeutet, dass das Wunderliche apostolisch war: es entstand aus dem apostolischen Amt, welches damals in der Kirche anwesend war und es diente, die Apostel und deren Doktrin zu bestätigen. Die Wunder waren die Zeugnisse der Apostel.

Die Notwendigkeit der Wunder während der apostolischer Zeit findet man in der einzigartigen Arbeit der Apostel. Sie haben den Grund der Kirche Christi des Neuen Testaments gelegt. Paulus schreibt in Epheser 2:20, dass die heidnischen Gläubige zusammen mit den Heiligen Israels "auf den Grund der Apostel und Propheten erbaut" sind. Die Apostel sind der Grund der Kirche, wie Christus "der Eckstein" ist. Sie sind der Grund aufgrund des von ihnen verkündeten und geschriebenen Wortes. Ähnlicherweise behauptet Paulus in I Korinther 3:10, dass er den Grund der Kirche in Korinth gelegt hat, wo andere dann auf diesem Grund bauen: "Ich nach Gottes Gnade, die mir gegeben ist, habe den Grund gelegt als ein weiser Baumeister; ein anderer baut darauf …"

Dass die Wunder einschliesslich der Zungengabe dem apostolischen Amt gehörten, wird in II Korinther 12:12 gelehrt: "Denn es sind ja eines Apostels Zeichen unter euch geschehen in aller Geduld mit Zeichen und mit Wundern und mit Taten." Paulus verteidigt sein Apostelamt in Anbetracht der Angriffe in Korinth auf sein Apostelamt. In Vers 11 klagt er, dass er von den Korinthern nicht gelobt wurde, obwohl "ich doch nicht weniger bin, als die hohen Apostel sind." Die Korinther hätten das Apostelamt von Paulus erkennen und ehren sollen, da Christus davon einen deutlichen Beweis durch die Wunder gab, die er durch Paulus wirkte. Die Wunder werden als Zeichen, Wunder und mächtige Taten beschrieben. Sie werden "die Zeichen eines Apostels" genannt. Wörtlich lesen wir; "die Zeichen des Apostels." Die Wunder deuten auf die Anwesendheit und die Kraft eines Apostelamtes hin. Sie gehören dem apostolischen Amt.

Auch Hebräer 2:3-4 setzt die ausserordentlichen Gaben des Geistes mit dem apostolischen Amt in Verbindung. Die ersten drei Versen des Kapitels sind eine Warnung, falls wir "ein solches Heil nicht achten." Man macht sich des Nichtachtens des Heils schuldig, indem man sich weigert, auf das Wort Gottes achtzuhaben: "Wie wollen wir entrinnen, wenn wir ein solches Heil nicht achten, welches zuerst gepredigt ist durch den Herrn und bei uns bekräftigt durch die, die es gehört haben?" Das grossartige Heil wird gesprochen: wir haben es durch das Hören. Dieser Abschnitt beweist, dass als Mittel des Heils die Predigt vorrangig ist. Auch in der apostolischen Zeit waren nicht die Wunder, nicht die ausserordentlichen Gaben des Geistes, sondern das Verkünden des Wortes das Vorrangige. Die Wunder waren sekundär; sie waren der apostolischen Doktrin strikt unterworfen.

Aber der Abschnitt lehrt auch, dass die Wunder dem apostolischen Amt und Dienst gehörten. Der Autor hatte gesagt, dass die Heiligen im Neuen Testament insbesonders die hebräischen Christen das Wort Gottes haben, welches ihnen das Heil bringt. Deshalb müssen sie auf dieses Wort achthaben, damit sie nicht am Ziel vorbeitreiben: "Darum sollen wir desto mehr achthaben auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben." Wie ist es, dass wir das Wort Gottes haben? Zuerst wurde es vom Herrn Jesu selbst gesprochen. Dann wurde es durch die, "die es gehört haben," bestätigt. Diese sind die Apostel. In Bezug auf diese Apostel erklärt Vers 4: "Und Gott hat dazu Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und mancherlei mächtigen Taten und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem Willen." Es bezieht sich hier auf Wunder, die in II Korinther 12:12 als "Zeichen, Wunder und Taten" beschrieben werden (Der Begriff "mächtigen Taten" [Heb. 2:4] ist derselbe, welcher in II Korinther 12:12 mit "Taten" übersetzt ist). Bemerkenswerterweise spricht dieser Abschnitt von den Gaben des Heiligen Geistes. Das Wort "Gaben" wird hier besser mit "Austeilungen" übersetzt. Die Austeilungen des Heiligen Geistes sind die ausserordentlichen Gaben des Geistes, die sich in den Zeiten der Apostel in der Kirche befanden. Unter diesen waren die Gabe von "mancherlei Zungenrede" und die Gabe "die Zungen auszulegen," wie I Korinther 12:10 zeigt. Die Wunder und die ausserordentlichen Gaben des Geistes waren das Zeugnis Gottes derjenigen, die Christus gehört hatten: das heisst, der Apostel. Der Zweck von diesem Zeugnis war, dass die Apostel uns dieses Wort bestätigen, d.h., der Zweck war, die apostolische Doktrin als das wahre Wort Gottes zu bestätigen. Die Wunder und die ausserordentlichen Gaben des Geistes sind nicht für alle Zeit sondern diese waren für die apostolische Zeit; sie wurden durch Gottes Willen mit dem Amt des Apostels verbunden, damit sie das von den Aposteln gebrachte Wort bestätigen würden.

Dasselbe ist in Markus 16:20 gelehrt: "Und sie (die Apostel, diejenigen, welche der auferstandene Christus beauftragte, in alle Welt zu gehen, um das Evangelium zu verkünden – D.E.) gingen aus und predigten an allen Orten. Und der Herr wirkte mit ihnen und bekräftigte das Wort durch die mitfolgenden Zeichen." Die Zeichen oder Wunder waren die mächtige Bestätigung des Herrns des von den Aposteln gepredigten Wortes. Auf die gleiche Weise bestätigte der Herr das Wort, das von seinem Apostel Paulus und von seinem Mitarbeiter Barnabas gebracht wurde: "Dennoch blieben sie daselbst eine lange Zeit und lehrten frei öffentlich im Herrn, welcher bezeugte das Wort seiner Gnade und liess Zeichen und Wunder geschehen durch ihre Hände" (Apg. 14:3).

Das apostolische Amt war nun kein dauerhaftiges Amt in der Kirche sondern ein vorübergehendes Amt. Die Qualifikationen dieses Amtes zeigen dies. Es wurde von einem Apostel verlangt, dass er den auferstandenen Jesus gesehen hatte, damit er eine Auferstehung predigen konnte, von welcher er selbst Augenzeuge war (I Kor. 9:1). Er muss direkt von dem auferstandenen Herrn berufen und beauftragt worden sein (Joh. 20:21; Apg. 26:15-18). Dies schloss ein, dass er das Evangelium von Jesus selbst muss empfangen haben (Gal. 1:11-12).

Die spezifische Aufgabe des Apostels zeigt die vorübergehende Natur des Amtes. Diese Aufgabe war, den Grund der Kirche zu legen. Man legt nicht wiederholt den Grund eines Gebäudes. Eine Zeit kommt, wann der Grund gelegt ist. Dann werden diejenigen wegenommen, deren Aufgabe es war, den Grund zu legen, und andere, Pfarrer und Lehrer, deren Berfung ist, auf den Grund zu bauen, werden der Kirche gegeben.

Aber wenn das Amt des Apostels verschwunden ist, so muss das Wunderliche ("eines Apostels Zeichen!") verschwinden, denn das Wunderliche war ein Teil jenes Amtes und diente ihm.

Ebenso müssen diejenigen, die auf Wunder heute bestehen, auch Apostel vorbringen. Lassen die Pfingstchristen ihre Apostel vorführen! Es ist bemerkenswert, dass die Irvingbewegung, ein Vorläufer der Pfingstbewegung in den 1800 Jahren in England, die nach ihrem Führer Edward Irving genannt wurde, tatsächlich zwölf Apostel einstellte. Indem sie dies tat, war die Bewegung konsequent. Es ist auch bemerkenswert, dass, obwohl sie zögert, diese Apostel zu nennen, die Pfingstbewegung ihren Führern Kräfte zuschreibt, die nur die Apostel besitzen: eine persönliche absolute Autorität über der Kirche oder über der Gemeinde (II Kor. 11:28); neue Offenbarung von Gott bezüglich seines Willens für die Kirche; ausserbiblische Lehren, die für die Heiligen bindend sind.

Die Kirchengeschichte bezeugt die Wahrheit der biblischen Lehre, dass die Wunder und die ausserordentlichen Gaben vorübergehend waren. Die Wunder hörten circa 100 n. Chr. ungefähr gleichzeitig mit dem Tode des letzten Apostels in der Kirche auf. Während einiger Zeit nachher behaupteten nur die ketzterischen und schismatischen Sekte, die Wunder vollbringen zu können. z.B., die Montanisten (eine Sekte im zweiten Jahrenhundert, die nach ihrem Führer Montanus genannt wurde). Mit der Zeit wurde es behauptet, dass in der katholischen Kirche Wunder vollbracht werden können und diese wurden betont; aber bezeichnenderweise geschah diese gleichzeitig mit dem Abfall der Kirche von der Wahrheit des Evangeliums. Die Römisch Katholische Kirche hat selbstverständlich immer behauptet, die Kraft zu besitzen, Wunder vollzubringen und sie hat immer ihr Volk mit diesen Wundern bezaubert.

Die gereinigte Kirche der Reformation hat alle Wunder ausdrücklich verleugnet. Die Reformation wurde mit Wundern an zwei Fronten konfrontiert: Rom und die Anabaptistgruppen mit ihrer mystischen "Religion des Geistes." Sowohl Rom als auch die Mystiker appellierten an ihre Wunder als Beweis, dass sie die echte Religion waren und sie verspotteten die Reformation wegen ihres Wundermangel. Indem er intuitiv den Kern der Streitfrage traf – und dieser ist auch der Kern in Bezug auf die Pfingstbewegung heute – rief Luther das Volk dazu, bloss dem Wort Gottes zu glauben, danach zu leben und daran festzuhalten, auch wenn die Ketzer einen echten Schneesturm von Wundern hervorbringen würden, um das Volk von der Wahrheit wegzulocken. Johannes Calvin erklärte detaillierter die Reformierte Position:

Indem sie von uns Wundern verlangen, verhalten sie sich unehrlich, denn wir haben kein neues Evangelium erfunden sondern wir haben dasselbe Evangelium gehalten, das durch alle die von Christi und von den Aposteln vollbrachten Wunder bestätigt worden ist. Aber sie haben eine Seltsamkeit, die wir nicht haben – sie können ihren Glauben durch ständigen Wunder bis zum heutigen Tag bestätigen! Doch eher behaupten sie Wunder, die vielleicht das Zaudern in Geistern verursachen würden, die ansonsten gut geneigt sind; diese sind so frivol und lächerlich, so eitel und falsch. Aber auch wenn diese sogar äusserst wunderbar wären, könnten sie keine Wirkung gegen die Wahrheit Gottes haben, dessen Name immer und überall ob durch Wunder oder durch den natürlichen Lauf der Ereignisse geheiligt werden muss. Die Täuschung wäre vielleicht fadenscheiniger, wenn die Schrift uns den legitimen Zweck der Wunder nicht erklären würde. Markus erzählt uns (Mark. 16:20), dass die Zeichen, die dem Predigen des Apostel folgten, vollbracht wurden, um es zu bestätigen; auch erzählt Lukas, dass der Herr "das Wort seiner Gnade bezeugte und liess Zeichen und Wunder geschehen" durch die Hände der Apostel (Apg. 14:3) … und wir sollen uns merken, dass Satan auch seine Wunder hat, durch die, obwohl diese Tricks anstatt echter Wunder sind, er beabsichtigt, die Unwissenden und Unvorsichtigen zu verführen (Die Instituten, der einleitende Brief an den König Frankreichs).

Die Wunder der Pfingstbewegung wie die Wunder Roms sind betrügerisch. Sie gehören der einzigen Wunder, welche die Schrift für die letzten Tagen voraussagt: die Zeichen und Wunder der falschen Propheten und der falschen Christus, die, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten irreführen würden (Matt. 24:24); die Kraft und die Zeichen und lügenhafte Wunder des Frevlers, die diejenigen täuschen wird, die keine Liebe der Wahrheit erhalten (II Thess. 2:9-12).

Achtung! Lassen Sie sich nicht von den modernen Wundertätern irreführen!

Die Reformierte Kirche benötigt keine Wunder. Ihr Glaube ist in der Doktrin der Apostel, die diese von Jesu erhalten haben. Diese Doktrin ist durch viele Wunder bestätigt worden. Sie braucht keine weitere Bestätigung. Das einzige Evangelium, das neue Wunder benötigt, ist ein neues Evangelium. Aber dies deutet nicht an, dass der Refomierte Glaube eine Religion ohne Wunder ist. Die Pfingstbewegung möchte diesen Eindruck hinterlassen: sie sei ein Evangelium mit Wundern – ein volles Evangelium; während der Reformierte Glaube ein Evangelium sei, dem es Wunder fehle und deshalb er sei weniger als ein volles Evangelium.

Erstens sieht der Reformierte Glaube die allmächtige Kraft Gottes in der ganzen Schöpfung und in jedem Aspekt irdischen Lebens. Der tägliche Sonnenaufgang, die jährliche Belebung der Natur zum Frühling, das Blühen einer Rose, das Empfängnis von einem Baby, der Aufruhr eines Erdbebens, das Steigen und das Fallen von Nationen, die Gesundheit und das Leben und ein Stück Brot auf meinem Tisch - diese sind alle die allmächtige allgegenwärtige unverständliche Kraft Gottes. Der Christus unseres Glaubens ist der Souveräne Herr, der gegenwärtig alle Dinge mit seinem kräftigen Wort auf die merkwürdigste Weise trägt und herrscht (Heb. 1:3).

Zweitens beanspruchen wir, die Reformiertes Volk sind, jedes in den Seiten der Schrift aufgeführtes Wunder als unser eigenes. Die Ansicht, dass man keine Wunder hat, es sei denn diese werden von sich selbst oder vor seinen eigenen Augen vollbracht, ist törricht. Das Wunder der Schöpfung der Welt, das Wunder der Sintflut, das Wunder des das Opfer Elias verzehrenden Feuers, das Wunder der Menschwerdung Christi, das Wunder Tabeas Auferweckung aus den Toten von Petrus, und alle andere sind genauso wahrlich meine Wunder, als ob ich die selbst erlebt hätte, nicht nur weil sie Erlösungen der Kirche sind, von welcher ich Mitglied bin, sondern auch weil sie mich erstaunen, weil sie verursachen, dass ich Gott tief liebe und weil sie meinen Glauben an seinem Wort verstärken, genauso als ob ich die Wunder mit meinen eigenen Augen beobachtet hätte. Reformierte Gläubige haben einen grossen Reichtum an Wundern in der Bibel; irgendeines zusätzliches Wunder vor dem Kommen des Herrn Jesu wäre überflüssig.

Drittens schafft das von der Reformierten Kirche verkündete Wort viele grosse Wunder. Es erweckt die geistlich Toten; es öffnet die Augen der geistlich Blinden; es verursacht, dass die geistlich Lahmen wie ein Hirsch springen; es reisst die Festungen Satans im menschlichen Herzen und Leben ab (Jes. 35; II Kor. 10:3-6). Durch die Kraft des Heiligen Geistes bewirkt die Wahrheit das Wunder des Heils: den Glauben, die Busse, die Vergebung und die Heiligung. Diese sind erstaunliche Wunder, viel grösser, wenn wir geneigt wurden, Vergleichungen zu machen, als die Wunder körperlicher Heilung, um nichts über die eitelen unsinnigen "Wunder" zu sagen, die von der Pfingstbewegung geprahlt werden. Die geistlichen Wunder des Evangeliums sind tatsächlich die Wirklichkeit, von welcher die körperliche Heilung von Jesu und seinen Aposteln ein Zeichen war.

Nein. Die Reformierte Kirche ist keine Kirche ohne Wunder.

Aber unser Hauptzweck ist gewesen, eine Antwort auf die Argumente der Pfingstbewegung aus der Schrift für ihre Doktrin der Taufe mit dem Heiligen Geist und für ihre Praxis der Wunder insbesonders die Zungen zu geben. Dies ist getan worden. Während wir auf ihre Appelle an die Schrift geantwortet haben, haben wir aus der Schrift gezeigt, dass die Pfingstbewegung ketzerisch in ihrer Heilsdoktrin (Taufe mit dem Heiligen Geist) und betrügerisch in ihren Wundern ist.

Der Reformierte Glaube urteilt, dass die Pfingstbewegung eine verschiedene Religion als die Religion Luthers, Calvins und der Reformierten Glaubensbekenntnisse ist – ein grundsätzlicher Abfall vom Glauben, der ein für allemal den Heiligen übergeben ist.


Kapitel 2:
Die Reformierte Prüfung vom Geist der Pfingstbewegung

Die Pfingstbewegung ersetzt das Wort Gottes in der Kirche und im Leben des Kirchenmitgliedes durch Erlebnisse d.h., durch menschliches Gefühl. Dieser ist einer ihrer Grundfehler. Im wesentlichen ist die Bewegung ein Angriff auf das Wort, ob sie das Wort völlig ersetzt oder das Wort in den Hintergrund schiebt oder das Erlebnis neben das Wort setzt. Die Bewegung setzt die Doktrin ab und spricht abschätzig von der Orthodoxie. Albert B. Simpson, berühmter Pfingstprediger drückte die Einstellung der Pfingstbewegung gegenüber gesunder Doktrin aus, als er seine Taufe mit dem Heiligen Geist, "die Beerdigung meiner Dogmatik" nannte. Wo auch immer sie erscheint, beseitigt die Pfingstbewegung die Glaubensbekenntnisse. Eine der "Gaben," welche sie wiederhergestellt hat, ist die Sonderoffenbarungen, die direkt von Gott zu bestimmten "Propheten" gegeben werden. Diese ist die Verleugnung der einzigen Autorität und die volle Hinlängigkeit der Heiligen Schrift – diese ist der Todesstoss zu sola scriptura (die Schrift allein). Es kreist nicht mehr darum, das Wort zu hören und zu glauben, sondern die Taufe mit dem Heiligen Geist zu erleben.

Diese Ersetzung des Wortes durch das Erlebnis setzt die Pfingstbewegung mit einer Wiederbelebung der uralten Ketzterei vom Mystizismus gleich: das Heil durch unmittelbaren Kontakt mit Gott. Die Lieblingswörter der Pfingstbewegung sind "Erlebnis" "Gefühl" "Kraft" "Ekstase" und dergleichen. Diese ist die Taufe mit dem Heiligen Geist, das Erlebnis in der Pfingstversammlung; dieser ist die Anziehungskraft für religiöse Leute; aus diesem Grund haben Frauen eine führende Rolle in der Bewegung.

Dass die Pfingsbewegung einen Mystizismus ist, sogar einen Mystizismus, der amok läuft, lässt sich leicht aus Quellen der Pfingstbewegung bewiesen. Eine Pfingstzeitschrift Die Stimme der Geschäftsmänner des vollen Evangeliums in der Aufgabe von June 1960 beschreibt die Taufe mit dem Heiligen Geist eines Pfarrers, der, weil er durch seinen "Mangel an Kraft" beunruhigt war, nach der Taufe mit dem Feuer suchte:

Es kam direkt in meine Hände ein seltsames Gefühl und es verbreitete sich weiter in die Mitte meiner Armen und fing an, wie ein Spannungsschuss zu schiessen! Es war wie Tausende– wie Zehntausende – Volte, dann wie eine Million Volte Elektrizität. Es fing an meine Hände zu schütteln und an meine Hände zu ziehen. Ich konnte etwas wie ein sausendes Geraüsch eines Stroms hören. Es zog an meine Hände höher und nahm sie, als ob Gott sie in seine Hände nehmen würde. Dann kam eine Stimme in meine Seele, die sagte: "Erlege mal diese Hände auf die Kranken auf und ich werde sie heilen!" … Aber ich hatte noch nicht die Taufe … In einem klimatisierten Zimmer mit meinen Hände hoch … und indem mein Herz nach meinem Gott hinaufstreckte, kam die heisse flüssige Lava seiner Liebe. Sie goss in mich wie ein Strom aus dem Himmel ein und ich wurde ausser mich selbst hochgehoben. Während circa zwei Stunden sprach ich in einer Stimme, die ich nicht kannte. Mein Körper schwitze, als ob ich in einer Sauna war: die Taufe mit dem Feuer! (zitiert in Frederick Dale Bruner, A Theology of the Holy Spirit, p. 127).

Sicherlich hätte dieses Jakob Boehme verlegen gemacht, obwohl er ja Mystiker war.

Johann Sherill, noch ein bekannter Pfingstchrist, schreibt, dass er Jesus wie ein helles weisses Licht in einem Krankenhauszimmer gesehen hätte (siehe, sein Buch, Sie sprechen mit anderen Zungen). Donald Gee, noch ein führender Pfingstchrist, beschreibt die Pfingsttaufe auf diese Weise: "Wir werden in Gott aufgenommen und die Seele hat eine verzehrende Sehnsucht danach, immer mehr völlig und ganz und gar in ihm verloren zu sein" – die typische Mystikersprache (siehe, A New Discovery, p. 23).

Ein zweiter Grundfehler der Pfingstbewegung ist, dass sie dem Heiligen Geist die Position in der Mitte der Bühne gibt, während Jesus in den Kulissen warten muss, wenn er nicht sogar ganz hinter der Bühne stehen muss. Die Bewegung ist dazu gezwungen, dieses abzustreiten, genauso wie Rom dazu gezwungen ist, abzustreiten, dass der Kult von Maria tatsächlich Jesus ersetzt, aber die Tatsache bliebt so. Die Wahrheit dieser Anklage ist offensichtlich an der Oberfläche, wenn man den Namen der Bewegung in Betracht zieht. In der Pfingstbewegung ist auf den Geist die Aufmerksamkeit gerichtet. Das Werk des Geistes nicht des Sohnes wird gefeiert und gepriesen. Bloss durch ihren Namen verrät sich die Bewegung – die Pfingstbewegung – ein Name, der sich auf den Geist bezieht. Jedoch gibt die Schrift dem Volk Gottes den Namen "Christ" – einen Namen, der sich auf den Sohn Jesus bezieht.

Diese Herabsetzung Jesu zugunsten des Geistes ist tief in grundsätzlicher Pfingstdoktrin gewurzelt. Die Pfingstbewegung lehrt, dass das Kind Gottes über und jenseits Christi auf das höhere Niveau des Geistes gehen muss; es muss Fortschritte machen, so dass es nicht nur "lediglich" Christus durch den Glauben empfängt sondern es muss den Geist durch die Taufe mit dem Heiligen Geist empfangen.

Die Pfingstbewegung beleidigt Christus. Welcher Geist wie auch immer Christus ersetzt, Christus herabsetzt, an Christus vorbeigeht oder jenseits Christi geht ist nicht der Geist Christi sondern einer der Geister des Widerchrists; denn der Geist Christi offenbart Christus, schenkt Christus, lenkt die Aufmerksamkeit auf das Werk Christi und verherrlicht Christus. "Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werden vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir" (Joh. 15:26). "Derselbe wird mich verherrlichen; denn von den Meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen" (Joh. 16:14).

Ein dritter verwandter Fehler der Pfingstbewegung ist die Herabsetzung des Glaubens. In krassem Widerspruch zum Zeugnis der Bibel, dass in Jesu Christi nichts ausser "dem Glauben, der durch die Liebe tätig ist" (Gal. 5:6) gilt, besteht die Pfingstbewegung darauf, dass der Glaube nicht genügt; der Glaube genügt überhautpt nicht. Etwas Zusätzliches wird benötigt, was tatsächlich sehr viel gilt, nämlich die Taufe mit dem Heiligen Geist. Indem sie das gnädige Lob der Schrift für den Gläubigen als denjenigen nicht beachtet, der nicht zuschanden wird, und der dem auserwählten Geschlecht, dem königlichen Priestertum und dem heiligen Volk und dem Volk Gottes Eigentums gehört (I Petrus 2:6-9), beleidigt die Pfingstbewegung diejenigen, die "lediglich" glauben und preist eher die mit dem Heiligen Geist Getauften. Mit der Herabsetzung des Glaubens kommt eine Betonung auf allerlei menschliche Werke. Die Pfingstbewegung schätzt bestimmte Werke hoch ein, die angeblich Bedingungen für den Empfang der Taufe mit dem Heiligen Geist seien: intensiv beten, sich das Herzen von allen Sünden reinigen, sich völlig dem Gott ergeben und ähnliches. Am höchsten geschätzt ist natürlich das menschliche Werk des Zungenredens. An den Sohn Gottes zu glauben muss sich angesichts diesem zurückhalten!

Es ist deshalb nicht überraschend, dass die Pfingstbewegung den einen grundsätzlichen Heilssegen für das Kind Gottes, den Segen, der durch den Glauben empfangen wird, praktisch unbeachtet lässt: die Vergebung der Sünden. Als Ersatz der Erklärung des Evangeliums, "Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind" (Rom. 4:7ff.; Ps. 32:1), äussert sich die Pfingstbewegung so: "Selig sind die, welchen die Ekstase und die Kraft der Taufe mit dem Heiligen Geist geniessen."

Was auch immer den Glauben herabsetzt, was auch immer dem Glauben hinzufügt, was auch immer jenseits des Glaubens geht, stammt aus dem Teufel und ist ein anderes Evangelium und wer auch immer zu dieser Ketzerei abfällt, ist aus der Gnade gefallen. Die ersten Versen von Galater 5 gibt die deutliche scharfe Warnung, dass es nichts zusätzlich zum Glauben und viel weniger etwas jenseits des Glaubens geben darf. Etwas dem Glauben hinzufügen für den Empfang des Heils ist Christus völlig zu verwirken. In diesem Fall "so wird euch Christus nichts nützen" (v. 2); "ihr seid aus der Gnade gefallen" (v. 4).

Sola Fide! Der Glaube allein! Das ganze Heil ist durch den Glauben allein! "Denn aus Gnade seid ihr gerettet worden durch den Glauben … nicht aus den Werken, auf das sich nicht jemand rühme" (Eph. 2:8-9). Unser Heil beginnt, setzt fort und wird vervollkommnet durch den Gnaden allein.

Die Pfingstbewegung ist überheblich. In ihrer Einstellung gegenüber der Kirche der Vergangenheit verhält sie sich arrogant. Bis circa 1900 gab es nichts wie die Taufe mit dem Heiligen Geist in der Kirche. Athanasius und Augustin hatten sie nicht. Luther und Calvin hatten sie nicht. Die Reformierten Heiligen in den Niederländen, die im 16. Jahrhundert in Tausenden unter der Römisch Katholischen Verfolgung starben, hatten sie nicht. Im Gegenteil wiesen sie sie ausdrücklich zurück. Augustin drückte die Ansicht der Kirche der Vergangenheit aus:

In den frühesten Zeiten fiel der Heilige Geist auf diejenigen, die geglaubt hatten und sie sprachen in anderen Zungen, "wie der Geist ihnen gab auszusprechen." Diese waren Zeichen, die der Zeit angepasst waren. Denn es geziemte sich, dass auf den Heiligen Geist in allen Zungen hingedeutet wurde, um zu zeigen, dass das Evangelium Gottes in allen Zungen überall durch die ganze Erde laufen soll. Dieses Ding wurde getan, um darauf hinzudeuten, und es ging zu Ende ("Ten Homilieson the First Epistle of John," The Nicene and Post-Nicene Fathers, vol. 7).

Was sagt die Pfingstbewegung dazu? "Bisher ist die Kirche eine sehr armselige und leblose Kirche gewesen. Das volle Evangelium, das volle Heil und das volle christliche Leben beginnen mit uns."

Wenn die ganze Pfingstbewegung und die ganze Neopfingstbewegung aufgehäuft wird, ist der ganze Haufen nicht wert, die Schuhriemen eines Luthers oder eines Calvins, weder noch eines Reformierten Heiligen, der das biblische Evangelium glaubt, in Christi für seine Gerechtigkeit vertraut, den Herrn fürchtet, die Gebote hält, seine Familie in der Wahrheit grosszieht und Gott im Geist und in der Wahrheit anbetet, aufzulösen.

Die Pfingstbewegung verhält sich auch überheblich gegenüber dem "blossen" Gläubigen. Der Pfingstchrist ist die Elite in der Kirche, der Super-Heilige; alle anderen sind "lediglich" bekehrte Christen. Es geht bei dieser Arroganz nicht so um die persönliche Sünde des Pfingstchristen. Eher bezieht sie sich auf die Pfingstdoktrin. Die Pfingstbewegung lehrt zwei Taufen in der Kirche: die minderwertige Taufe des Abwaschens der Sünden (deren Zeichen die Anwendung von Wasser ist) und die bessere Taufe mit dem Heiligen Geist (deren erstes Zeichen das Zungenreden ist). alle Christen empfangen die erste; aber nur einige– die Super-Heiligen - empfangen die letzte. In ihrer Grunddoktrin ist die Pfingstbewegung nun schismatisch. Sie bemüht sich nicht, die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens zu halten, wie der Apostel Christi in Epheser 4:3 ermahnt, sondern sie zerreisst sie. Die Einigkeit in der Gemeinde ist gemäss Epheser 4:5 in der "einen Taufe" gewurzelt. Zwei Taufen aufzustellen, neigt genauso zum Zerstören, wie zwei Glauben, zwei Herre oder zwei Götter aufzustellen. Der geistliche Stolz in jeder Form schafft Uneinigkeit: die Demut ernährt die Einigkeit. Die Kirchenältesten lassen sich nur irreführen, wenn sie die Pfingstbewegung binnen der Gemeinde dulden aber warnen, dass sie "den Frieden bewahren" muss.

Dieser Hochmut erklärt sich dadurch, dass die Pfingstbewegung eine menschliche Religion ist. Sie kreist um menschliche Gefühle und den Besitz der Kraft von Menschen. Sie weist dem Menschen die entscheidende Pflicht zu, die Werke auszuüben, welche die Bedingungen der Vervollkommnung des Heils in der Taufe mit dem Heiligen Geist sind. Sie erlaubt es dem Menschen, ausserbiblische Offenbarungen von Gott zu bekommen und die Gemeinde durch diese zu verpflichten. Sie ermächtigt einen Menschen, eine souveräne Autorität über einer Gemeinde oder einer Glaubensgemeinschaft auszuüben und das Leben des Volk nach seinem Belieben zu regeln. Der von der Pfingstbwegung verehrte Geist ist nicht der Geist, der Christus verherrlicht (Joh. 16:14), der die Erlösung Christi anwendet (Heidelbergischer Katechismus, Q. 53 … "Er (der Heilige Geist) wird auch mir gegeben… um mich Christi und aller seiner Wohltaten teilhaftig zu machen …"), der uns in alle Wahrheit leitet (Joh. 16:13), und der sich dem ganzen Volk Gottes durch den Glauben gibt (Gal. 3:14). Dieser ist der Geist, der Gott lobpreist. Aber der Geist der Pfingstbewegung lenkt die Aufmerksamkeit auf sich selbst, gewährte seine eignenen Heilswohltaten, spricht von sich selbst und wirkt ohne die Predigt vom Glauben (Gal. 3:2). Dieser ist ein Geist, der dem Menschen gerecht wird.

Die Pfingstbewegung dreht sich nicht um Gott. Aus diesem Grund kann sie Gottes Wort (die Schrift) angreifen, kann sie Gottes Heiland (Christus) herabsetzen, kann sie Gottes Heilsweg (den Glauben) schmälern und sie kann den grundsätzlichen Heilssegen (die Rechtfertigung) unbeachtet lassen. Zugrundeliegend dass sie ein Evangelium nach dem Menschen ist (Gal. 1:11), ist ein Fehler, der, obwohl er sogar in Kritiken der Pfingstbewegung übersehen wird, die Pfingstbewegung kennzeichnet, egal wo sie gefunden wird. Dieser ist der Fehler von dem freien Willen, d.h., die Doktrin, dass das Heil vom Willen des Sünders anstatt des souveränen gnädigen Willens Gottes abhängt (Rom. 9:16). Die Wurzel der Pfingstbewegung befinden sich nicht in Calvin, Dordt und Westminster, sondern in Arminius, Wesley, Finney und in der Erweckungsbewegung.

Dieses hilft uns, die Beliebtheit und den Oekumenismus der Pfingstbewegung zu verstehen. Die Pfingstbewegung ist ökumenisch. Sie wirkt in allen Kirchen, indem sie Unterschiede in Doktrin und Glaubensbekenntnissen völlig ausser acht lässt. Sie bringt Protestanten und Römisch Katholiken zusammen. Alle werden durch die Pfingstbewegung einig gemacht - diejenige, die durch die Messe den Götzendienst praktizieren, mit denjenigen, deren Glaubensbekenntnis ist, dass diese Praxis verflucht ist; diejenigen, die sich auf ihre eignenen Verdienste für ihre Gerechtigkeit verlassen, als auch diejenigen, deren Glaubensbekenntnis ist, dass wir Vertrauen nur zu der fremden Gerechtigkeit Christi haben sollten; diejenigen, die prahlen, dass sie durch ihr eigenen freien Willen selig werden, als auch diejenigen, deren Glaubensbekentnis ist, dass das "Evangelium durch freien Willen" den Fehler von Pelagius wieder aus der Hölle bringt. Nicht nur, dass sie sich nicht wegen ihres gegenüber der Doktrin gleichgültigen Geistes schämen, weder noch einen solchen die Wahrheit verschmähenden "Geist" mit Argwohn betrachten, verkündigen doch die Führer der Pfingstbewegung ihre Religion als ein Vereinigungsmittel der Kirchen.

Die ökumenische Natur der Pfingstbewegung war bei der "Konferenz der Pfingsterneuerung in den Christlichen Gemeinden im Jahr 1977" offensichtlich, die in der Stadt von Kansas stattgefunden ist. Die Konferenz wurde zusammen mit Baptisten, Pfingstgemeinden, Episkopalern, Lutheranern, Mennoniten, messianischen Juden, Presbyterianern, Römisch Katholiken und Vereinigten Methodisten unterstützt. Mitglieder von vielen anderen Glaubensgemeinschaften nahmen daran teil.

Ein der Hauptreder, der Episkopaler Dennis Bennett sagte, dass er "drei Ströme des Christentums sieht, die jetzt anfangen, zusammenzufliessen: den (Römisch) Katholischen Strom, der die Geschichte und die Glaubenskontinuität betont; den Evangelischen Strom, der die Treue zur Heiligen Schrift und die Wichtigkeit eines persönlichen Engagements zu Christi betont; und den Strom der Pfingstbewegung, der ein unmittlebares Erlebnis Gottes durch die Kraft des Heiligen Geistes betont."

Der Hauptreder, Römisch Katholiker, Kevin Ranaghan behauptete dass, "die Uneinigkeiten zwischen den verschiedenen christlichen Gemeinden einen ernsten Skandal in der Welt gewesen sind." "Um die Welt zum Glauben zu bringen, hängt davon ab, dass wir einig werden," sagte er. "Es ist der Wille Gottes," betonte er, "dass wir einig werden." Er drückte seinen Glauben aus, dass es "eine echte Möglichkeit besteht, dass wir zusammen zu einer dauerhaften Form der christlichen Einigkeit bewegen können" (siehe, Christianity Today, 12. August, 1977, pp. 36-37).

Aufgrund ihrer Grundfehler in Bezug auf das Wort, auf Christus und auf den Glauben; wegen ihrem Stolz; wegen ihrem falschen Oekumenismus (einem Oekumenismus ausserhalb der Wahrheit); wegen ihrer Lehre der Taufe mit dem Heiligen Geist; und aufgrund ihrer betrügerischen Wunder, muss die Pfingstbewegung zurückgewiesen werden. Sie muss durch die christliche Disziplin zurückgewiesen werden. Hier sind einige schwach. Sie erkennen die Irrtümer der Pfingstbewegung. Sie betrachten sie als etwas ganz and gar verschiedenes wie den Glauben der Reformation. Sie sprechen sich sogar gegen die Bewegung aus. Aber sie sprechen gleichzeitig von ihren "Pfingstgeschwistern" und sie dulden die Pfingstbewegung in ihren Gemeinden.

Der Pfingstchrist muss unter Disziplin kommen. Er muss unter Disziplin zum eigenen Wohl kommen, damit Gott ihm Busse gebe, die Wahrheit zu erkennen. Er muss unter Disziplin der Gemeinde willen kommen, damit die anderen Mitglieder zu fürchten lernen, und damit sich der Sauerteig der Pfingstbewegung nicht durch die Gemeinde verbreitet. Denn der Pfingstchrist bleibt in der Gemeinde, um Anhänger für seine Religion zu gewinnen. "Sie sollen sich doch lieber gleich verschneiden lassen, die euch in Unruhe bringen!" (Gal. 5:12). "Einen ketzerischen Menschen meide, wenn er einmal und abermals ermahnt ist. Und wisse, dass ein solcher ganz verkehrt ist, sündigt und spricht sich selbst damit das Urteil" (Titus 3:10-11).


Kapitel 3:
Die Reformierte Ansicht zum christlichen Leben

Trotz ihrer schwerwiegenden Irrtümer hat die Pfingstbewegung doch nicht etwas, was sie den Gemeinden der Reformation beitragen könnte, etwas, wofür sie tatsächlich ein sehr grosses Bedürfnis haben? Sollten die Reformierten Gläubiger doch nicht etwas aus der Pfingstbewegung lernen, etwas, wovon sie sonst unwissend sind? Fehlt es doch nicht etwas an den Reformierten Gemeinden und deren Gemeinden, was Gott selbst jetzt durch die Pfingstbewegung bringt? Nachdem Gott seiner Kirche den Frühregen in gewissem Masse gegeben hat, erfüllt nicht Gott die Prophezeiung Joels von dem "Spätregen" (Joel 2:23)?

Diese Idee wird weit verbreitet in den Reformierten Kreisen akzeptiert. Was die Pfingstbewegung zu der Kirche und deren Mitglied beitragen soll, ist ein dynamisches christliches Leben. Eine Reformierte Gemeinde und der Reformierte Heilige haben gesunde Doktrin, sagt man; aber es fehle ihnen im Bereich vom christlichen Leben. Der Gemeinde wird die Pfingstbewegung eine echte Einigkeit der Mitglieder beitragen; eine Liebe, die für die anderen Mitglieder sorgt und mit ihnen teilt; einen energischen Gebrauch der Gaben von jedem Mitglied und einen spontanen lebhaften überschwenglichen Gottesdienst. Dem individuellen Mitglied wird sie geistliche Erlebnisse, Friede, Eifer und Kraft bringen. Das Reformierte Christentum hat das Wort (Doktrin); die Pfingstbewgung werde den Geist hinzufügen. So wird die Pfingstbewegung in Reformierte Gemeinde eingeführt und willkommen geheissen.

Diese Idee ist falsch. Die Reformierte Kirche hat immer die Einigkeit vom Gottes Volk gesucht; immer die gegenseitige Liebe der Mitglieder ermahnt und den Gebrauch der Gaben von jedem Mitglied richtig betont. Es war nicht die Pfingstbewegung, die die Reformierte Kirche bewegte, die Gemeinschaft der Heiligen in Frage 55 von ihrem Heidelbergischer Katechismus in diesen Worten zu bekennen:

Erstlich, dass alle und jeder Gläubigen als Glieder an dem Herrn Christi und allen seinen Schätzen und Gaben Gemeinschaft haben. Zum anderen, dass ein jeder seine Gaben zum Nutz und Heil der anderen Glieder willig und mit Freuden anzulegen sich schuldig wissen soll.

Weder noch war die Pfingstbewegung dafür verantwortlich, dass die Reformierte Kirche ihren Mitgliedern dazu ermahnten, das christliche Leben zu führen, indem sie ihren Nächsten lieben, wie sie dies in den Tagen 39-44 von demgleichen Katechismus tut. Lass mal die Pfingstbewegung, wenn sie überhaupt kann, die Anwendung vom Reformierten Glauben vom Fünften Gebot verbessern, wo dem Reformierten Gläubigen ermahnt wird, dass "ich meinem Vater und Mutter und allen, die mir vorgesetzt sind, alle Ehre, Liebe und Treue beweisen … und auch mit ihren Gebrechen Geduld haben soll …" (Frage 104); oder die Anwendung des Sechsten Gebotes, dass "wir unseren Nächsten lieben als uns selbst … gegen ihn Geduld, Friede, Sanftmut, Barmherzigkeit und Freundlichkeit erzeigen (müssen) … seinen Schäden, soviel uns möglich ist, abwenden …" (Frage 107); oder die Anwendung des Siebten Gebotes, dass "wir keusch und züchtig leben sollen, es sei im heiligen Ehestand oder ausserhalb desselben" (Frage 108); oder die Anwendung des Neunten Gebotes, dass ich "meines Nächsten Nutz, wo ich kann und mag, fördere, gegen ihn also handele, wie ich wollte, dass man mit mir handelte" (Frage 111); und die Anwendung des Neunten Gebotes, dass "ich auch meines Nächsten Ehre und Glimpf nach meinem Vermögen rette und fördere" (Frage 112).

Zum Vorschlag der Pfingstbewegung, dass wir zu ihren Füssen über das christliche Erlebnis lernen müssen, sind die Reformierten Christen dazu geneigt zu antworten, wie der Herr dem Hiob aus dem Wettersturm antwortete: "Wer ist’s, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand! Wo warst du, als ich die Erde gründete?" (Hiob 38:2, 4). Indem wir an der glorreichen Tradition der Reformierten, Presbyterianischen und Puritanschreiber und Prediger vorbeigehen, laden wir diejenigen ein, die diesen überheblichen Vorschlag machen, den Heidelbergischer Katechismus zu lesen. Reformierte Christen sind seit mehr als 400 Jahren durch einen Katechismus unterrichtet worden, der die ganze Botschaft der Heiligen Schrift aus dem Standpunkt vom persönlichen Trost darstellt: er definiert diesen Trost, dass man zu Christi gehört; er gründet diesen Trost darin, dass man eine Kenntnis der Sünde, der Erlösung und der Dankbarkeit, die auf die Erfahrung beruhen. Nachdem sie den Katechismus völlig durchgelesen haben, dürfen sie die Dordtrechter Lehrsätze aufheben und dort die warme seelsorgerische Behandlung der grossen Doktrinen sehen, die gleichzeitig die charakteristischen Wahrheiten des Reformierten Glaubens und das Herz vom Evangelium der Gnade Gottes sind. Hier werden sie eine Darlegung der Prädestinationslehre finden, z.B., dass die Darlegung sehr für die Zuversicht der Auserwählung (I, 12) sorgt; dass es um die Wirkungen von der Wahrnehmung der Auserwählung in der täglichen Demüt, in der Anbetung, in der Selbstreinigung und in der dankbaren Liebe der Kinder Gottes (I, 13) geht und dass die Darlegung für die geistlichen Kämpfe und Zweifel von "glimmenden Dochten" und "zerstossenen Röhren" (I, 16) sorgt.

Als echtes biblisches Christentum hat der Reformierte Glaube immer den Heiligen Geist und sein Werk verehrt. Er hat seine Gottheit bekannt; er hat das Ausgiessen des Geistes Christi zu Pfingsten anerkannt; er hat ihm das vollständige Werk der Sammlung der Kirche und der Errettung jedes einzelnen Auserwählten zugeschrieben, insoviel dass er abgeleugnet hat, dass sogar das geringste Teilchen der Sammlung der Kirche oder der Errettung des Sünders das Werk vom Menschen und sogar erklärt hat, dass sogar das Wort machtlos ohne den Geist ist. Er hat die Werke des Geistes hochgepriesen, z.B,. die Wiedergeburt und die Heiligung; er hat seine Gaben gelobt, z. B., das treue Zeugnis der Wahrheit; und er hat seine Frucht kultiviert: die Liebe, Freude, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glauben, Sanftmut und Keuschheit von Galater 5:22. Für all dies hat die Reformierte Kirche der Pfingstbewegung absolut nichts zu danken.

Der Reformierte Christ weigert sich doch, einen sonstigen Geist neben Jesus Christus zu verehren; sich mit einem sonstigen Heil zusätzlich der Erlösung Christi zu beschäftigen; mit einem sonstigen Geist über die solide Atmosphäre des Wortes Christi - der Heiligen Schrift – hochzufliegen; oder einen sonstigen Geist als Jesus zu bekennen. Aber der Heilige Geist nimmt es uns nicht übel, dass wir uns so weigern. Er selbst verlangt dies von uns und er wirkt es in uns. Denn er ist gekommen, Jesus zu verherrlichen (Joh. 16:14); die Erlösung Jesu dem Sünder zu gewähren; in und durch das Wort Jesu zu wirken (Joh. 6:63) und Jesus Christus zu bekennen (I Joh. 4:1-3).

Die Pfingstbewegung hat nichts den Gemeinden der Reformation beizutragen. Reformierte Gläubige können davon nichts lernen. Der Reformierte Glaube benötigt nichts, was die Pfingstbewegung bringen könnte. Die Pfingstbewegung muss völlig als eine dem Christentum fremde Religion abgelehnt werden. Im Blutkreislauf der Reformierten Gemeinde ist sie ein fremdes Element. Wenn es nicht durch ein starkes Abführmittel beseitigt wird, wird es den Tod jenes Körpers als einen Reformierten Körper verursachen.

Es ist beunruhigend, Pfingstliteratur in den Häusern von Reformierten Leuten zu finden – Watchman Nee; David Wilkerson; John Osteen; Arthur Wallis; Die Stimme der Geschäftsmänner vom vollen Evangelium; und sonstiges. Obwohl das Material nicht Pfingstmaterial sein mag, hat man am religiösen Lesen - und am Zuhören! – von manchen Reformierten Gläubigen etwas auszusetzen. Die Kost, von welcher sie sich regelmässig ernähren, um die Sehnungen ihrer Seele nach einer Erklärung des christlichen Lebens, des Erlebnisses und der Praktik zu befriedigen, ist das Material aus der Bestsellerliste vom heutigen Fundamentalismus. Im besten Fall fehlt es diesem Material an alles Reformiertes; im schlimmsten Fall untergräbt es alles, was die Reformierten Gläubigen schätzen, indem es ihnen eine oberflächliche falsche Ansicht vom christlichen Leben und Erlebnis einprägt. Wo zum Beispiel in den seichten und mit bunten Einwänden verzierten Werken über das höhere reichere völlere tiefere christliche Leben, die in dem durchschnittlichen chrsitlichen Bücherladen gehäuft sind, findet man etwas wie das "Aus aller Tiefe rufe ich Herr zu dir" von Psalm 130? Viel weniger kreist das viel geprahlte höhere reichere völlere tiefere christliche Leben um diese Traurigkeit wegen der Schuld von Sünden. Das höhere reichere völlere tiefere christliche Leben von ihnen hat deshalb nicht den Herzschlag der Vergebung der Sünden durch die Erlösung am Kreuz Christi. Das christliche Leben, zu dem diese Bücher die Leser rufen, kann nicht das Leben sein, das dadurch kennzeichnet ist, dass der vergebene Sünder Gott den heiligen gnädigen Richter fürchtet (Psalm 130:4). Anstatt dessen erzählen uns diese Bücher, wie wir glücklich sein können. Weder noch beschreiben diese Bücher das christliche Leben als Gehorsam – teurer Gehorsam - zu den Zehn Geboten vom Gesetz Gottes. Die Pest möge über diese Bücher und über ihr höheres reicheres völleres tieferes christliches Leben kommen!

Es mag jedoch wohl sein, dass ein Teil der Schuld für dieses schlechte Lesen an den Füssen von uns Predigern, Kirchenältesten, Eltern und christlichen Schullehrern liegt. Vielleicht empfehlen wir nicht den Heiligen die guten soliden Religionswerke – die Predigten und die Kommentare und die anderen Schriften von Luther, von Calvin und von den älteren Reformierten Presbyterianischen und Puritanischen Autoren. Vielleicht schreiben wir nicht Bücher und Artikel, welche die praktischen Erfahrungsaspekte von unserem Reformierten Glauben – seine einzigartige und lebenswichtige Frömmigkeit – nicht gründlich darlegen. Vielleicht lässt unsere Predigten diese Aspekten des Evangeliums unbeachtet. Oder indem wir auf die Erfahrungsreligion reagieren, beachten wir die Erlebnisse überhaupt nicht; indem wir auf den Subjektivismus reagieren, wagen wir uns es nicht, subjektiv zu sein; als eine Reaktion auf das Geschrei nach dem die Doktrin verachtenden Praktischen, versäumen wir es, wie sich’s ziemt, nach der gesunden Lehre zu reden (Titus 2:1). In jenem Fall gibt es tatsächlich einen Mangel, nicht beim Reformierten Glauben sondern bei unserem Lehren davon, und es sollte uns nicht überraschen, obwohl es ja falsch ist, dass die Heiligen suchen, ihren Hunger woanders zu stillen.

Die Tatsache, dass die Pfingstbewegung dem Reformierten Gläubigen nichts beizutragen hat, impliziert nicht, dass Gott diese Bewegung seines Volkes willen nicht nutzt. Gott hat immer Ketzereien verwendet, um seine Kirche ans Wort zu treiben, damit ihre Kenntnis der Wahrheit zunehmen würde und damit ihre Treue im Leben erneuert werden würde. Gott verwendet die Pfingstbewegung, um uns zur Heiligen Schrift zurückzutreiben, damit wir in der Schrift nach ihrer Lehre des christlichen Lebens suchen.

Die grundsätzliche Anziehungskraft der Pfingstbewegung ist ihre Kritik des christlichen Lebens und ihr Versprechen auf ein höheres reicheres christliches Leben. Die Pfingstbewegung findet zuviel Nachlässigkeit, Untreue, Weltlichkeit und Ungehorsam. Wir sollten es wohl gestehen. Gott schickt nicht unbegründet die Geissel der Pfingstbewegung. Viele haben die erste Liebe verloren. Die Liebe anderer erkältet. Der Unglaube nimmt überhand. Für viele ist der Gottesdienst ein lebloser Formalismus; die Bekenntnis der Wahrheit ist eine tote Tradition; das christliche Leben ist ein äusserliches Ritual; und das Friedens- und Freudenserlebnis des Heils existiert nicht. Der Mystizismus ergibt sich immer bei einer Verschlechterung des geistlichen Lebens der Kirche, insbesonders bei einem Rückgang in die tote Orthodoxie und in eine lebhafte Weltlichkeit. Unter diesen Umständen verführt die Pfingstbewegung das Volk Gottes mit dem Reiz echten Lebens, dynamischer Kraft und wunderbaren Gefühles.

In Anbetracht der Kritik der Pfingstbewegung vom Leben, sowohl des treuen Reformierten Gläubigen, der die Taufe der Pfingstbewegung mit dem Heiligen Geist nicht empfangen hat, als auch des nachlässigen untreuen Kirchenmitgliedes, und in Anbetracht ihres Versprechens, den Christen auf ein höheres Niveau christlichen Erlebnisses zu bringen, sind wir zu fragen gezwungen: "Was sind das christliche Leben und Erlebnis? Was ist das normale christliche Leben?

Um auf diese Frage eine Antwort zu geben, beachten wir nicht, was religiöse Männer und Frauen behaupten. Die Norm vom christlichen Leben und Erlebnis ist nicht das Zeugnis des Nächsten von seinem neuesten Ekstasengefühl sondern die Heilige Schrift. Weil bei der Pfingstbewegung es der Schrift, dem zuverlässigen Wort Gottes nicht erlaubt ist, der Massstab für das christliche Leben zu sein und, weil man sich auf die völlig unzuverlässigen Wörter von Menschen verlässt, gibt es unendlich viel Zweifel daran, ob man so ist, was man geistlich sein sollte; oder sogar, ob man überhaupt ein wiedergeborenes Kind Gottes ist. Das gibt der Pfingstbewegung die Chance, nach der sie sucht. Für eine Kenntnis des christlichen Lebens ist der Regel: "Hin zur Weisung und hin zur Offenbarung," während "die Totengeister und Beschwörer, die da flüstern und murmeln" vermieden werden müssen (Jes. 8:19-20).

Nach der Heiligen Schrift ist das christliche Leben ein Leben, das seine Fülle in Jesu Christi findet, wie dieser Christus im Wort offenbart ist. Es wird nicht über den Christus hinaus gehen; es wird nichts ausser Christi oder zusätzlich Christi haben – nicht die Beschneidung, keine neue Offenbarungen, keine höhere Kenntnis, nicht irgend einen Geist. Der Grund ist, dass der Christ weiss, und hat durch die Erfahrung gefunden, dass Christus einen kompletten Heiland ist. In Christi wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und der Christ ist komplett in ihm; das heisst, er hat diese Fülle in ihm (Kol. 2:9-10). Sicherlich ist das christliche Leben ein Leben des Wachstums; aber das Wachstum besteht daraus, in den Christus zu wachsen nicht über ihn hinaus zu gehen: "Auf dass wir … wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus" (Eph. 4:14-15). Wie es der Fall bei dem körperlichen Wachstum in die Volljährigkeit ist, ist dieses geistliche Wachstum eine allmähliche oft kaum wahrnehmbare Entwickung, keine unmittelbare plötzliche Umwandlung. Sie ist lebenslang. Sie findet durch das Wort und das Gebet statt.

Dieser ausreichende Christus mit all seinen adaquäten Wohltaten ist das Leben des Gläubigen durch die Einwohnung des Heiligen Geistes in seinem Herzen. "Ich lebe," frohlockt der Gläubige, "denn nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dargegeben hat" (Gal. 2:20). Das inbrünstige Gebet des Apostels für alle die Mitglieder der Kirche Gottes ist, dass "Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne" (Eph. 3:17). Dies findet bei jedem von uns statt, wenn "uns Kraft gegeben wird nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen" (v. 16).

Das christliche Leben ist ein Leben, wo wir im Geist Christi wandeln, den wir alle bei unserer Wiedergeburt empfangen haben. Der Gläubige weder sucht nach einer zweiten Taufe noch wartet darauf, sondern bemüht er sich, täglich in allen Lebensbereichen im Geist zu wandeln. Diese ist die Lehre über das christliche Leben in Galater 5. Es gab schwerwiegende Probleme in Bezug auf das christliche Leben in Galatien. Die Drohung bestand, dass die Heiligen sich untereinander fressen und beissen würden, was ein jämmlicher Liebenmangel war (vv. 13-15). Es gab andere Versuchungen des Fleisches und dessen Lüste: Ehebruch, Götzendienst, Saufen und dergleichen (vs. 19-21). Es gab Beweise der Geiz nach eitler Ehre und sie reizten einander und neideten einander (v. 26). Diese waren Probleme für Leute, die getauft worden waren (Gal. 3:27) und die den Heiligen Geist empfangen hatten (Gal. 3:2). Aber die Lösung war nicht, dass sie nach einer neuen Taufe oder nach einer verschiedenen Austeilung des Geistes suchen sollten. Im Gegenteil müssen sie in jenem Heiligen Geist wandeln, in dem sie leben: "Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen" (v. 16). "Wenn wir im Geist leben, so lasset uns im Geist wandeln" (v. 25).

Das christliche Leben, wie es hierdurch gezeigt wird, ist aktiv. Die Aktivität des christlichen Lebens ist zuerst ein Kampf – ein heftiger unablässiger lebenslanger Kampf. Das Schlachtfeld ist sich selbst. Der Feind ist die Sünde. Die Pfingstbewegung weiss nichts von diesem Kampf; der Pfingstchrist hat den Sieg bereits in seiner Taufe mit dem Heiligen Geist gewonnen. Nicht nur hört man wenig oder nichts von der Vergebung der Sünden in der Pfingstbewegung sondern auch hört man wenig oder nichts vom täglichen Kampf des Heiligen mit seiner ihn einwohnenden Sünde. Tatsächlich ist es nicht gänzlich unbekannt, dass der Pfingstprediger diejenigen verlacht, die immer ihre Sünden bejammern, das heisst, diejenigen, deren lebenslanges Bekenntnis ist, "Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?" (Rom. 7:24). Nichts deckt die Pfingstbewegung deutlicher als eine Religion auf, die dem Refomierten Glauben völlig fremd ist, als dies. Ein Reformierter Pfingstchrist ist eine Unmöglichkeit, ein Widerspruch, ein Oxymoron. Ein Pfingstchrist kann das erste Teil vom Heidelbergischen Katechismus nicht bekennen. Am besten kann er lediglich sagen, dass er vorher das Elend der Sünde sowohl die Schuld und die Verdorbenheit kannte. Weil er dieses Elend nicht kennt, kann er weder die Erlösung noch die lebendige Dankbarkeit kennen, die in einem vergebenen Herzen täglich emporquellt.

Jedoch beschreibt die Schrift das christliche Leben als einen Kampf gegen die uns einwohnende Sünde. Diese ist die Lehre von Galater 5:17: "Denn das Fleisch streitet wider den Geist und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt."

Diese ist die mächtige Doktrin von Römer 7. Der Christ oder die Christin ist fleischlich, unter der Sünde verkauft. Selbst Paulus, der Mann Gottes und Apostel Christi war fleischlich, unter der Sünde verkauft. Er fand sich so am Ende seines Lebens, nachdem er vom Geist geheiligt wurde und nachdem seine Heiligung weit fortgeschritten war (v. 14). Paulus war fleischlich, nicht weil er nicht wiedergeboren war, nicht weil Christus ihn nicht mit dem Heiligen Geist und mit Feuer getauft hatte, nicht weil die Sünde in seinem Leben regierte, nicht weil Paulus ein nachlässiger Christ war; sondern weil, obwohl er wiedergeboren war, das Böse mit ihm answesend war – er hatte noch sein sündhaftes völlig verdorbenes Fleisch (v. 21). Als neuer Mann in Christi, und wie wir es sicherlich vermuten dürfen, als einer der heiligsten der Heiligen, hatte er Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen (v. 18), hasste er die Sünde (v. 15) und besass einen Willen, das Gute zu tun (v. 18). Aber so stark war die Kraft der Sünde in ihm, solange er lebte, dass "das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich" (v. 19). Deshalb kannte der Apostel – und jeder Christ kennt – dieses Elend. Er drückte es durch sein quallvolles Geschrei aus, "Ich elender Mensch!" (v. 24) – das Echo im Neuen Testament von dem "Aus der Tiefe" von Psalm 130. Aber trotzdem gibt er niemals bei dem geistlichen Kampf auf und er ist niemals ohne den Trost des Heilandes, Christi Jesu, seines Herrn. Vers 23 besteht auf den Kampf ("Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte); und Vers 24-25 bestehen auf den Trost Christi ("Wer wird mich erlösen …? Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn!").

Nicht nur ist dieser Krieg mit der Sünde die Aktivität des christlichen Lebens in Bezug auf sein persönliches Leben sondern auch ist er auch die Aktivität des christlichen Lebens in der Familie und in der Gemeinde.

Dieser ist ein schmerzhafter bitterer Kampf.

Aus diesem Grund kann der Christ durch das süsse Versprechen verführt werden, dass der Kampf in diesem Leben plötzlich am Ende ist. Ein Pfarrer kann ähnlicherweise durch ein Versprechen für seine Gemeinde versucht werden. Aber mit dem Schild der Schrift kann und muss er dieser Versuchung widerstehen.

Finden Sie diesen bitteren Kampf gegen die Sünde in sich selbst?

Verzweifeln Sie nicht!

Denken nicht, dass Sie nicht errettet oder ungenügend errettet sind!

Das ist es: das normale christliche Leben!

Die Folge ist, dass wir sehnsüchtig, nicht auf ein zweites Gnadenwerk sondern auf das zweiten Kommen Jesu Christi warten: Komm, Herr Jesus, komm schnell." Wir hoffen eifrig nicht für eine Taufe mit dem Heiligen Geist sondern für die Auferstehung unserer Körper: "… sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlingsgabe, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsres Leibes Erlösung" (Rom 8:23).

Zweitens ist es die Aktivität des christlichen Lebens, gute Werke zu tun. Aber dies besteht nicht daraus, sensationelle Taten und fabelhaft aufregende Leistungen zu produzieren, wie die Pfingstbewegung uns glauben lassen würde. Eher besteht es daraus, unbemerkte belanglose Werke zu tun - Werke, die in der Einschätzung von Menschen ohne Bedeutung sind. Diese ist die Aktivität der Lebensheiligung, das Wandeln nach dem Geist nicht nach dem Fleisch: indem man Unzucht, Unreinigkeit, Ausschweifung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dengleichen nicht praktiziert (Gal. 5:19-21) und indem man in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glauben, Sanftmut und Keuschheit lebt (Gal. 5:22-23).

Diese ist die Aktivität unbemerkter Werke, das Gesetz Gottes zu halten; Gott richtig anzubeten; die Wahrheit zu bekennen; des Sabbats zu gedenken; den Eltern zu gehorchen; im Ehestand treu zu leben; als Lediger keusch zu leben; die Kinder zur Gottesfurcht erziehen; fleissig an seiner irdischen Berufung zu arbeiten; die Steuer dem Caesar zu bezahlen; gut über seinen Nachbarn insbesonders über den Bruder oder die Schwester in der Gemeinde zu reden; und mit seinem Los zufrieden zu sein, ohne zu begehren.

Zusammengefasst ist die Aktivität des christlichen Lebens die Liebe – die Liebe gegenüber dem Herrn unserem Gott und die Liebe gegenüber dem Nächsten.

Während Sie dies tut, posaunen Sie nicht mit einer Trompete vor Ihrer Frömmigkeit; tun Sie es im Verborgene, so dass Gott Ihnen es vergelten wird.

Dies ist möglich durch die einwohnende Kraft des Allmächtigen Gottes, aber auch dann wird die Sünde unsere besten Werke verunreinigen, so dass es nur einen kleinen Anfang vom neuen Gehorsam geben wird und immer die Vergebung benötigt wird.

Aber hat das christliche Leben auch kein Erlebnis?

Als Alternative zum Glauben oder zusätzlich des Glaubens muss dem Erlebnis mit Wurzel und Zweig abgeschworen werden. Jesus Christus ruft uns nicht zu erleben oder zu fühlen, sondern zu glauben. Der Heilsweg ist durch den Glauben nicht das Erlebnis; wir werden durch den Glauben nicht durch das Erlebnis selig; wir werden allein durch den Glauben selig, nicht durch den Glauben und durch das Erlebnis.

Nichtdestotrotz hat der Glaube sein Erlebnis. Es ist dreifach: Das Kind Gottes kennt die Grösse seiner Sünde und deren Elend, seine gnädige Erlösung in Christi und seine Dankbarkeit für diese Erlösung.

Erleben Sie das? Dann haben Sie das normale christliche Erlebnis. Das ist alles, was es gibt. Wer auch immer nach mehr giert, ist ein Undankbarer und reizt Gott. Er sagt zu Gott, der die Kenntnis von sich selbst in seinem eigenen Sohn gibt (Joh. 17:3), "Aber gibt es doch nichts mehr, nichts besseres?"

Um das anders auszudrücken, gibt der Heilige Geist durch den Glauben den Frieden und die Freude, die aus der Rechtfertigung kommen. "Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unsren Herrn Jesus Christus … und wir rühmen uns der Hoffnung der zunkünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird" (Rom. 5:1-2).

Da dieses das christliche Leben ist, ist das Bekenntnis des Reformierten Gläubigen radikal anders als das Bekenntnis des Pfingstchristen. Der Pfingstchrist rühmt sich ständig, dass er grosse Kräfte besitze und jubelt ständig, dass er wunderbares geleistet habe. Der Reformierte Gläubige bekennt demütig seine Schwächen und er ist guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen, in Ängsten um Christi willen. Denn er hat gelernt, sich auf die Gnade Gottes zu verlassen; er will, dass die Kraft Christi bei ihm wohne; und er hat Gott im Evangelium gehört, wie er sagt: "Meine Kraft ist in den Schwächen mächtig" (II Kor 12:9-10).

Er will nicht in sich rühmen. Das ist ihm zuwider, eine Gotteslästerung. Aus tiefstem durch die Sünde gebrochenen aber doch gerechtfertigten Herzen kommt das Bekenntnis: "Von mir aber sei es ferne, mich zu rühmen, als allein des Kreuzes unsres Herrn Jesus Christus" (Gal. 6:14).

Das ist das Gurren der Taube.

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